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Tipps & Trix für Antifas
[Antifa JugendInfo, November 1999]

Ihr wollt was gegen Nazis machen und habt Kritik an den bestehenden kapitalistischen Verhältnissen? Dann schließt euch zusammen und macht was dagegen! Dieser Artikel soll euch einige Tipps für die linke Praxis geben.

Allein machen sie dich ein ...

Um wirklich was auf die Beine zu stellen, ist es notwendig sich zu organisieren, das heißt, sich mit anderen zusammenzuschließen, sich regelmäßig zu treffen usw. Entweder nehmt ihr Kontakt zu einer bestehenden Antifagruppe auf (Adressen gibt es hier) oder ihr startet selbst eine Gruppe.
Es gibt in jedem Bezirk die Möglichkeit, in Jugendzentren, diversen Kultureinrichtungen oder bei anderen politischen Gruppen kostenlos Räume für regelmäßige Treffen zu bekommen. Fragt einfach mal nach! Einer "Schülergruppe gegen Faschismus" wird in der Regel aber Platz gemacht ...
Richtet unbedingt eine Kontaktadresse über ein linkes Büro oder ein Postfach ein, damit ihr für andere ansprechbar seit. Es ist auf jeden Fall ratsam keine Privatadresse anzugeben. Beim Einrichten eines Postfaches muß ein Personalausweis vorgezeigt werden, deshalb solltet ihr eine schriftliche Erklärung bei der Post hinterlegen, daß diese Information nicht ohne Eure Einwilligung an Dritte (Nazis?) weitergegeben werden darf.
Egal ob ihr eine offene Gruppe, ein geschlossenen Zusammenhang oder sonst was seid: Aktionen stehen an!

Was tun!

Sich an Demonstrationen zu beteiligen ist zum Beispiel ein guter Anfang um Kontakte zu knüpfen und in Erscheinung zu treten. Oft gibt es ja in einzelnen Bezirken Bündnisse gegen Rechts oder einen Vorbereitungskreis, an dem Ihr teilnehmen könnt. Termin und Ort von solchen Veranstaltungen könnt ihr beim Infotelefon G.A.R.F.I.E.L.D.(06272/3559) erfahren oder auf ainfos.de nachlesen.
Vor der Demo solltet ihr natürlich auch über die Inhalte und Ausrichtung diskutieren. Bei solchen Diskussionen lernt man seine politische Meinung argumentativ vorzubringen und außerdem angemessenes Redeverhalten untereinander. Wenn ihr euch einig seid, was ihr mit der Demonstration aussagen wollt, dann ist der nächste Schritt die Öffentlichkeitsarbeit. Dazu gehören Flyer, Flugblätter, Plakate usw..
Wenn ihr an Schulen Flugblätter verteilen wollt achtet darauf, daß sie verständlich sind und einigermaßen ansprechend gestaltet. Gut ist, wenn die Schüler sofort sehen, daß es sich um linke, antifaschistische Infos handelt, dann erreicht ihr genau die, die sich auch dafür interessieren. Vergeßt nicht einen "Verantwortlichen im Sinnen des Presserechts" (V.i.S.d.P.: B. Setzer ...) unter eure Flugblätter zusetzen, sonst gibt es Ärger mit Lehrern, Bullen und anderen Spießern.
Transparente gehören natürlich auch zu einer Aktion. Am Einfachsten erstellt ihr auf einem Computer eine Vorlage und druckt diese dann auf Folie aus. Mit einem OH-Projektor bzw. Polylux wird dann das Bild auf den Stoff, der vorher an einer Wand befestigt wurde, projeziert. Jetzt muß nur noch vor- und ausgemalt werden. (workshop :: transparente)

Wenn Ihr auf eine Demonstration geht, dann nicht alleine, weil erstens ist es zusammen lustiger und zweitens sicherer! Achtet aufeinander und hakt euch gegenseitig unter, damit die Bullen nicht einzelne aus der Demo ziehen können. Ganz wichtig, versucht immer ausgeruht und fit zu sein, ordentlich zu frühstücken und feste Schuhe an zu ziehen. Bier und alle anderen Arten von Drogen haben auf einer Demo oder auf einer Aktion absolut nichts zu suchen, die behindern nur deine Reaktion und gefährden dich und andere. Oftmals finden bei Demos Vorkontrollen statt, bei der die Bulle euch durchsuchen. Abgenommen werden an den Kontrollen meist: alle Vermummungsgegenstände, passive "Bewaffnung" (dazu zählen Arm- und Knieschützer, Nietenarmbänder usw.) und alles was als Waffe benutzt werden könnte. Leider kommt es oft auch zu Festnahmen, wenn ihr welche beobachtet, versucht den Namen und das Geburtsdatum der Festgenommenen herauszubekommen und meldet euch beim Ermittlungsausschuß (die Nummer bekommt ihr vor Ort gesagt). Wenn ihr festgenommen werdet seid ihr nur verpflichtet euren Namen, eure Adresse und Geburtsdatum anzugeben, also alle was auch auf eurem Personalausweis steht. Alle weiteren Fragen der Polizei müßt und solltet ihr nicht beantworten. Außerdem habt ihr das Recht auf einen Telefonanruf.

Mangels Platz können wir hier leider nur einige wenige Ratschläge geben, doch wir hoffen, daß euch diese Tipps ein wenig weiter helfen konnten. Wenn ihr Hilfe oder Unterstützung braucht, oder einfach Lust habt in einer der vielen Antifagruppen mitzuarbeiten, dann meldet euch. Zusammen heben wir die Welt aus den Angeln!

[Antifa JugendInfo, November 1999]

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