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T e x t e > > S o n s t i g e s |
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Graffiti
ist Kunst! Graffiti
ist weltweit ein Bestandteil unabhängiger Jugendkultur - nicht
nur für die, die selber Graffiti-Writer sind, sondern auch für
viele andere Jugendliche, die mit dieser Kunst aufgewachsen sind und
mit der sie einfach mehr anfangen können als mit Bildern von
Rubens oder Van Gogh – auch wenn dies nicht mit den Vorstellungen
bzw. Wünschen der Politiker übereinstimmt. Wer ist hier kriminell ? Politiker,
die auf Gesetze scheißen, politische Entscheidungen meistbietend
verkaufen (um dies dann „Spenden„-Affäre zu nennen), Beweise
vernichten, nicht nur in Untersuchungsausschüssen lügen,
umsonst herumgeflogen oder sonstwie bestochen werden, Panzer an den
türkischen Staat verschenken, der damit Kurden tötet, Asylanten
in Länder abschieben, in denen gefoltert wird und-wer-weiß-was-noch-alles,
erhalten dabei weiter ihre überhöhten Diäten und Bezüge.
Und wir werden diese Kunst ausleben – MIT oder GEGEN die, die das Recht nach Ihrem Nutzen formen. Für ein System, in dem nicht Profit & Kommerz entscheiden, sondern die Leute selber – sei es in Schule, Betrieb, Stadtteil, Staat.... oder eben Kunst ! 1. Gegen
die Kriminalisierung unserer Kunst - Graffiti ist Jugendkultur ! [unityshop.de] |
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BGS
Streß in Kassel Kassel gegen den BGS BGS "Geschichte" Just
writing my name... Graffiti
stellt heute weltweit einen Bestandteil unabhängiger Jugendkultur
dar. Während ein Großteil der jugendlichen Bevölkerung
es als Teil ihrer Kultur betrachtet oder zumindest eindeutig als eine
moderne Form der Kunst anerkennt, beschränken sich Politiker
auf die Kriminalisierung von Graffiti, statt anzuerkennen, daß
Jugendliche mit Graffiti ihr kreatives Potential ausleben. Um gegen
Graffiti besser hetzen zu können, wurden in vielen Städten
- neben den bestehenden Sonderkommisionen - „Anti-Graffiti-Organisationen"
(z.B. die „Kölner-Anti-Spray Aktion, Kasa) gegründet, oder
zumindest Öffentlichkeitskampagnen gegen Graffiti gestartet (wie
z.B. von den Berliner Verkehrsbetrieben). Dazu weiß man ja aus
„Bravo", „Stern" „Marienhof" usw; Graffiti-Writer sind
respektlose Vandalen. [Backspin] |
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FUCK
DA KASA! Seit es Menschen gibt, gibt es Graffiti. Schon die berühmten Felsbilder in Frankreich, die bis zu 30.000 Jahre alt sind, wurden teilweise gesprüht. Diese Art des Sprayens war natürlich noch sehr simple: Kohle zerkauten die Menschen im Mund zu einem Brei. Dann wurden die Hände an die Wand gelegt und die Speichelmasse darüber gesprüht. Fertig war die Schablonengraffiti. Auch im alten Pompeji beschrifteten die Menschen grundsätzlich jede Wand. Entweder schrieben sie mit Kohle oder einem Pinsel, oder sie ritzten/scratchten mit einem Meissel Botschaften in die Wand. Wände wurden zu dieser Zeit als Kommunikationsfläche verstanden, auf denen jeder und jede so viele Nachrichten hinterlassen konnte, wie er oder sie lustig war. Wie kommt es, daß das, was einst als normal empfunden wurde, heute kriminalisiert und verfolgt wird? Graffiti heisst Anti-Werbung Ganz früher waren Wände für alle Menschen zugänglich. Erst seit der Erfindung des Privateigentums ist dies grundlegend anders. Wände werden seit dem genutzt, um ein Territorium abzugrenzen. Heute werden Botschaften auf öffentlichen Wänden nur noch akzeptiert, wenn sie Werbung darstellen und teuer erkauft werden. Die Writer (Sprayer), die ihre tags (Unterschriften) und Bilder auf den Wänden hinterlassen, zahlen dafür nichts. Darüber hinaus stellen ihre bunten Graffitis auch noch eine Konkurrenz zu der kunterbunten Werbewelt dar und rauben der Reklame die Wirkung. Somit gefährden Graffitis unbewußt die Vision der Innestadt als Konsumtempel. Da es in unserer Gesellschaft ziemlich schizophren ist, auf der einen Seite Graffitikünstlern wie Keith Haring in staatlichen Museen zu huldigen und seine Bilder gewinnbringend zu vermarkten und auf der anderen Seite Writer zu Verbrechern abzustempeln, macht man der Öffentlichkeit vor, von Graffitis würde eine Bedrohung ausgehen. Führerscheinentzug für Sprayer Zugrunde liegend ist hierbei die Annahme, daß da, wo Graffitis an den Wänden sind, Verwahrlosung und Kriminalität Einzug finden. Um dies zu verhindern, gilt es für die Politiker und Polizei also, Graffitis zu entfernen, sowie das Writen unter Strafe zu stellen und zu verfolgen. So werden die Writer in die Reihe von Obdachlosen, MigrantInnen, Punks, Bettlern, Skatern etc. eingereiht, die alle die öffentliche Ordnung, wie sie von den Politikern definiert wird, empfindlich stören. Daß Verstöße gegen das Privateigentum in Deutschalnd als besonders gefährlich eingestuft werden, zeigt auch der Vorstoß der CDU/CSU Fraktion, die im Kampf um mehr Innere Sicherheit das Strafgesetz um den Strafbestand der "Verunstaltung" erweitern möchte. Graffitisprayen soll demnach unter Umständen mit bis zu 2 Jahren Knast bestraft werden können. Außerdem soll Sprayern der Führerschein entzogen werden. Vorbild für das rabiate Vorgehen des Staates gegen Sprayer ist das New Yorker Polizeimodell "Zero Tolerance". Der Name ist hierbei Programm: Keine Toleranz. Mit einem hohen Polizeiaufgebot und völlig überogenen Strafen wird gegen alles und jeden vorgegangen, der aus dem Rahmen der Konsumenten fällt. Graffitis, die der Werbung die Schau stehlen und die glitzernde Ästhetik der Warenwelt der Stadt stören, müssen nach dieser Logik eliminiert werden. Darüber hinaus eröffnet sich durch die Kriminalisierung von Graffiti und der Anleitung, Graffiti sofort zu entfernen, ein ungemein lohnender Wirtschaftszweig, der weltweit Millarden umsetzt. So arbeiten Firmen, die chemische Mittel zur Farbentfernung und Verhinderung von Graffiti herstellen, eng mit städtischen Einrichtungen gegen Graffitis zusammen. Nicht ohne Grund wird die Kölner Anti Spray Aktion (kurz KASA) unter anderem von Chemiekonzern Bayer unterstützt. Der Konzern macht mit seinem Engagement Werbung in eigener Sache. [KRASS Nr.04 - Antifaschistische Zeitung für Köln und Umgebung] |