en progrès. politische Veranstaltungsreihe ...

01.2006 AAG Gera

... für eine andere Realität



Immer offensiver verklärt sich Deutschland zum Opfer des Nationalsozialismus und präsentiert sich selbstbewusst als geläuterte Nation, während antisemitische und antiamerikanische Vorurteile als moderne Formen des Rassismus immer mehr zum Tragen kommen.
Gleichzeitig begreift sich die krisenhafte bürgerliche Gesellschaft im spürbaren Abbau sozialer Standards und der Verschärfung von Leistungszwang in Schulen, Universitäten oder Arbeitsplätzen. Politiker(innen) entdecken zur Erfüllung kapitalistischen Konkurrenzverhaltens erneut die deutsche "Schicksalsgemeinschaft" und fordern Tribut aller zum Wohle des Volkes.
Die Nazis auf der Straße und in der NPD erfahren unter diesen Umständen mit ihrer völkischen Option stetige Akzeptanz, können sich in der Provinz etablieren und sogar "National befreite Zonen" schaffen.
Diese Entwicklungen zu thematisieren, Erklärungen für solche Phänomene zu diskutieren sowie eine unmissverständliche Kritik an den deutschen Zuständen zu artikulieren, ist das Ziel von "en progrès. politische Veranstaltungsreihe für eine andere Realität". Wenn auch Du die Realität verändern, ein individuelles Leben ohne Nazis und Arbeitszwänge führen und selbst Geschichte schreiben möchtest, bist Du eingeladen zu diskutieren, gestalten und verändern. "en progrès" bietet Dir durch Kundgebungen und zahlreiche Vorträge einen Einblick, um zu verstehen, was "faul ist am falschen Ganzen".

Publikationen
Kein Vergeben - Kein Vergessen
Holocaustgedenktag 2006
Pressemitteilung 29.01.2006
Pressemitteilung 24.01.2006

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Veranstaltungen
20.01.2006
Kundgebung
Nazimordgedenken

27.01.2006
Kundgebung
Holocaustgedenktag

08.02.2006
Vortrag
Destroy the spirit of Dresden

15.02.2006
Vortrag
Der Nazis neue Kleider

22.02.2006
Vortrag
Naziläden abreissen

01.03.2006
Vortrag
Antisemitismus

08.03.2006
Vortrag
Antiamerikanismus

15.03.2006
Vortrag
Nazistrukturen Südthüringen

22.03.2006
Vortrag
Kritik der politischen Ökonomie

29.03.2006
Vortrag
Sexismus

12.04.2006
Vortrag
Konsens und Tabu

progress. movement. revolution

04.2004 AAG / ATAG Gera

Für eine soziale Perspektive - Kapitalismus abschaffen



Am 30. April jährt sich der Aktionstag der "Autonomen Thüringer Antifa Gruppen" [ATAG] bereits zum vierten Mal. Die Demonstrationen in Erfurt, Nordhausen, Eisenach und dieses Jahr in Gera waren und sind Ausdruck einer linksradikalen Bewegung im "kalten Herzen Deutschlands". Der 30. April knüpft an den Versuch an, den Vorabend des revolutionären ersten Mai als linksradikalen Aktionstag in Thüringen wahrnehmbar zu machen. Die diesjährige ATAG-Demonstration steht unter dem Motto "progress.movement.revolution" und zielt ab auf eine soziale Perspektive, ohne das Ende des Kapitalismus aus den Augen zu verlieren.
Es geht darum, eine progressive Politisierung des ersten Mai zu forcieren und ein Bewusstsein zur Emanzipation zu schaffen. Da der Vortag des revolutionären ersten Mai noch weitgehend vor Vereinnahmungsversuchen des Kapitals gefeit ist, können unbefangen die Unterschiede zwischen reformistischen und revolutionären Utopien herausgestellt werden. Der 30. April soll daher auch in diesem Jahr eine fundamentale Kritik an den herrschenden Verhältnissen zum Ausdruck bringen und dem "Tag der Arbeit" die Forderung nach Abschaffung von Arbeit, Deutschland und des Kapitalismus entgegenstellen.

Gera, das braune Nazinest im Osten Thüringens, steht seit Jahren für rassistische Angriffe und eine rechte Hegemonie. Seit der Schließung der Opferberatungsstelle ABAD nimmt die rechte Gewalt dort drastisch zu und erreichte Anfang des Jahres ihren Höhepunkt durch den brutalen Nazimord an Oleg.
Während die Demonstrationen in Erfurt, Dessau, Weimar und Pirna gegen rechte Gewalt in Gera von der Zivilgesellschaft begrüßt wurden, setzte sich nach der Gedenkdemonstration in Gera eine ganze Welle von Anschuldigungen vonseiten der Lokalpresse, Parteien und der Polizei gegen die so genannten "linksautonomen" Nestbeschmutzer in Gange. Dies passt gut in das politisch-provinzielle Klima einer Stadt, in der AntifaschistInnen, die sich nicht mit der Beschwichtigungspolitik von Polizei und Staatsanwaltschaft zufrieden geben wollen, verfolgt und kriminalisiert werden.
Dennoch wurden in den letzten beiden Jahren linke Strukturen in Gera aufgebaut. Grund genug, die Demonstration am 30. April auch als einen solidarischen Akt gegenüber der emanzipatorischen Linken auf ihrem Weg "raus aus der Scheiße, rein in den Rock" geltend zu machen.

Kapitalismus abschaffen - let there be rock!

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