Agitprop-Aktion protestiert gegen Mord in Athen

15.12.2008 AAG Gera

Solidarität mit den Angehörigen und sozialen Kämpfen in Griechenland

"Alexis das war Mord“ und "Polizeigewalt stoppen in Athen und überall“ prangte letzten Samstag auf einem Transparent in Gera. Etwa zehn Jugendliche protestieren damit gegen den Tod des 15-Jährigen Alexandros Grigoropoulos in Griechenland.

Unangemeldet versammelten sich die Protestierenden auf dem Weihnachtsmarkt in der Bachgasse. Mit weißen Anzügen und roten Flecken bekleidet legten sie sich symbolisch auf den Boden. Andere verteilten Flugblätter an PassantInnen. Darin informierten sie über den Tod von Alexis. Er wurde am 6. Dezember in Athen von einem Polizisten mit einem Schuss ermordet. Weiter hieß es, dass Sie sich mit den Angehörigen des Jugendlichen und den sozialen Kämpfen in Griechenland solidarisieren. Vorbeilaufende WeihnachtsmarktbesucherInnen reagierten verwundert und bisweilen mit Zustimmung.
Zuvor waren in der Stadt Transparente und Parolen an Häuserwänden zu sehen, mit denen ebenfalls auf die Auseinandersetzung in Griechenland aufmerksam gemacht wurde.

Auch in Jena, Leipzig, Weimar und Glauchau solidarisierten sich zahlreiche Menschen. Die meist unangemeldeten Spontandemonstrationen zogen mitten durch die Innenstädte. Es flogen Feuerwerkskörper und Steine auf Streifenwagen, Polizisten und eine Bankfiliale.

Indymedia

Solidarität mit den Kämpfenden in Griechenland

09.12.2008 AAG Griechenland

Demonstration heute Abend in Leipzig

Nach dem Mord an dem Schüler Alexis Grigoropoulos halten die Straßenkämpfe in ganz Griechenland an. Immer mehr Menchen beteiligen sich an den Protesten gegen Polizeigewalt und Kapitalismus. Neben AnarchistInnen und Autonomen gehen auch SchülerInnen, StudentInnen und GewerkschafterInnen auf die Straße. Über 10000 Menschen demonstrierten in Athen und anderen Städten Griechenlands. In den letzten Tagen wurden neben Banken und Geschäften auch Polizeistationen angegriffen. Die für brutale Übergriffe berüchtigten Aufstandsbekämpfungseinheiten der Polizei wurden von den Kämpfenden immer wieder in die Defensive gedrängt. Auf Indymedia Athen ist zu lesen, dass ein Polizist am Sonntag erneut mit einer Pistole auf Protestierende zielte.
Heute wird der ermordete Alexis Grigoropoulos beerdigt. Für die kommenden Tage sind in ganz Griechenland weitere Demonstrationen und Aktionen angekündigt.

In ganz Europa kam es zu Solidaritätsbekundungen. Nach einer Demonstration in Dresden wurde ein Polizeiauto und das Verwaltungsgericht angegriffen. In Berlin und London besetzten Autonome und AnarchistInnen griechische Konsulate. In Köln gab es einen Farbanschlag auf die Staatsvertretung.
Heute Abend wird es in Leipzig eine Demonstration gegen Polizeigewalt und Repression geben. Sie richtet sich auch gegen den gestrigen Freispruch der angeklagten Polizisten im Prozess um den Tod von Oury Jalloh. Er verbrannte 2005 in einer Polizeizeille in Dessau. Auftakt ist 19.00 am Connewitzer Kreuz / HTWK.

de.indymedia.org

Polizei erschießt 15-jährigen in Athen

07.12.2008 AAG Griechenland

Rache für politischen Mord - Schwerste Straßenschlachten in ganz Griechenland

In der Nacht zum Sonntag wurde ein 15-jähriger in Athen durch einen Polizisten ermordet, wie aktuell bei Indymedia Athen zu lesen ist. Augenzeugen berichteten von einer vorausgegangen Auseinandersetzung zwischen Autonomen und einer Polizeistreife im linken Athener Stadtviertel Eksarchia. In dessen Verlauf soll ein Beamter den Jugendlichen mit mindestens einer Kugel gezielt in die Brust getroffen haben. Er verstarb wenig später auf dem Weg ins Krankenhaus. Die Polizei spricht von verfehlten Warnschüssen.
Wenig später kam es in ganz Griechenland zu Protesten. Bei den schwersten Straßenschlachten seit mehreren Jahren wurden Dutzende Banken und Geschäfte in Brand gesteckt und Barrikaden aus Autos und Mülltcontainern errichten. Hunderte Autonome und Anarchisten griffen die ganze Nacht hindurch die Aufstandsbekämpfungseinheiten der Polizei mit Steinen und Molotowcocktails an. Mehr als 2000 Menschen besetzen Gebäude der Fachhochschule in Athen.

Für heute sind Demonstrationen und Solidaritätsaktion in verschiedenen Städten Griechenlands angekündigt. Alle Menschen sind aufgerufen Ihre Solidarität, Trauer und Wut über den Mord auf die Straße zu tragen. In Berlin startet heute Abend 19.00 eine Demonstration am U-Bahnhof Kottbusser Tor.

Dieses System ist Gewalt - Diese Gewalt hat System!

de.indymedia.org

Solidarität mit den Betroffenen sexueller Übegriffe

06.12.2008 AAG Weimar

Im autonomen Zentrum Gerberstraße in Weimar wird derzeit eine Debatte um sexuelle Gewalt und notwendige Konsequenzen geführt. Anlass waren sexuelle Übergriffe in dem selbstverwalteten Projekt. Die Betroffenen und deren UnterstützerInnen haben den Ausschluss des Täters gefordert. Nun sehen sie sich mit Anfeindungen und Drohungen konfrontiert.
Mehrere Einzelpersonen und Gruppen haben sich mit den jungen Frauen solidarisiert. Die Antifaschistische Aktion Gera schließt sich dem an und unterstützt die Forderung nach Ausschluss des Täters.

Gegen sexistische Normalitäten - Definitionsmacht für die Betroffenen!

Statements und Forderungen der UnterstützerInnen
Über Definitionsmacht
Was tun wenn´s brännt? Zum Umgang mit sexueller Gewalt
when my anger starts to cry

Urteil wegen 5-fachen versuchten Mordes

06.12.2008 RAA Mylau / Zwickau

Nach mehreren Verhandlungstagen wurde am 27.11.2008 vor der Jugendkammer des Landgerichts Zwickau das Urteil verlesen. Wegen 5-fachen versuchten Mordes in Tateinheit mit gefährlicher Brandstiftung wurden zwei jugendliche Täter zu 3 Jahren bzw. zu 2 Jahren und 6 Monaten Freiheitsstrafe, jeweils ohne Bewährung, verurteilt.

Die Verurteilten warfen in einer Septembernacht 2007 zwei Brandsätze gegen das Haus einer Familie in Mylau bei Reichenbach. Die Wurfgeschosse zerprallten an Fenstersims bzw. Vordach des Familienhauses - nur um Haaresbreite also kam niemand zu körperlichem Schaden, da das Feuer außerhalb der Wohnräume entfachte und gelöscht werden konnte.

Von der geschädigten Familie wird aus nicht nachvollziehbaren Gründen in bestimmten Teilen der kleinen Stadt Mylau angenommen, sie seien nicht deutsch oder sie seien Juden. Dies wurde durch Zeugen innerhalb der Verhandlung benannt. Darüber hinaus wurde benannt, dass "die Wessis ausgelöscht werden sollten“.
Aus Sicht der Betroffenen sowie der Opferberatung ist der versuchte Mord an der Familie vor dem Hintergrund dieser Annahmen zu verstehen. Diese feindlichen Einstellungen gegenüber den Geschädigten müssen deutlich als rechtsextrem erkannt werden.
Die juristische Aufarbeitung rechtsextremer Taten allein stellt jedoch keine Lösung im Umgang mit Rechtsextremismus dar. Aus Sicht der Opferberatung muss unter EinwohnerInnen eine konkrete inhaltliche Auseinandersetzung mit den weit verbreiteten rechtsextremen Einstellungen und den extremen Rechten in Mylau und im Vogtland offensiv nach außen gestaltet werden.

RAA Opferberatung

One struggle, one fight - Topf Squat bleibt!

26.11.2008 AAG / Besetztes Haus Erfurt

Mehr als 1000 Menschen demonstrieren für den Erhalt des "Besetzten Haus"



Bis zu 1400 UnterstützerInnen des Besetzten Hauses demonstrierten am 22. November durch die Erfurter Innenstadt. Ziel war es, den Kampf der BesetzerInnen um den Erhalt ihres Projekts in die Öffentlichkeit zu tragen. Die Demonstration wurde geprägt von verschiedenartigen Aktions- und Protestformen wie einem Traktor mit einer Trommelgruppe, Sprechchören, Transparenten und Feuerwerk. In den Redebeiträgen verschiedener Gruppen wurde unter anderem die Wichtigkeit selbstverwalteter Zentren für ein antifaschistisches Klima in Erfurt und die Bedeutung einer Geschichtsarbeit von unten herausgestellt. Behindert wurde die Demonstration durch eine massive Polizeipräsenz und durch überzogene Vorkontrollen der Polizei. Störungen gab es ebenfalls durch versuchte Provokationen von Nazis am Rande der Demonstration.

"Die Demonstration hat noch einmal gezeigt, dass sich sehr viele Menschen für den Erhalt des Besetzten Hausprojekts einsetzen." so eine Sprecherin der BesetzerInnengruppe. "Die damit zum Ausdruck gebrachte breite Unterstützung macht uns Mut für zukünftige Auseinandersetzungen und bestätigt die Bedeutung unseres Projekts in der Region und darüber hinaus."

Das Besetzte Haus auf einem Teil des ehemaligen Topf & Söhne Geländes in Erfurt ist seit einigen Wochen akut von der Räumung bedroht, weil der neue Besitzer den größten Teil des Geländes abreißen lassen will, um dort Wohn- und Geschäftsgebäude zu errichten. Die Stadt Erfurt bot den BesetzerInnen ein Alternativobjekt unter der Bedingung einer Vereinsgründung an. Eine Sprecherin dazu: "Das angebotene Alternativobjekt ist schon allein aus Platzmangel ungeeignet für die Fortsetzung unseres Projekts. Wir fordern eine Lösung, die nicht nur dem Platzbedarf des Projekts, sondern auch dem Wunsch nach Selbstbestimmtheit der BesetzerInnengruppe gerecht wird."

Solidarität mit dem Besetzten Haus - Tag-X kommt!

Hände Weg
Besetztes Haus
Bilder

Keine Ruhe für Naziverherrlichung

26.11.2008 AAG Gera

Proteste gegen Naziverherrlichung zum Volkstrauertag - Jüdische Friedhöfe in Thüringen geschändet Seit Langem werden zum Volkstrauertag deutsche Täter von Nazis glorifiziert. Meist bleiben sie ungestört, doch nicht in diesem Jahr. Etwa 25 autonome AntifaschistInnen und Mitglieder der LINKEN kamen am 16. November zu einer Mahnwache des Bündnis gegen Rechts Gera.

Am Grab des 1941 von den Nationalsozialisten ermordeten Antifaschisten Rudolf Diener zündeten die Menschen Kerzen an und legten weiße Rosen nieder. In Redebeiträgen wurde an ihn und sein Wirken erinnert. Außerdem riefen die RednerInnen dazu auf, die Neonazis nicht ungestört zu lassen.

Begleitet von Polizeieinheiten konnten schließlich 30 Neonazis direkt an der antifaschistischen Mahnwache und Grab Rudolf Dieners vorbeimarschieren.

Auch wenn es keine Blockade des NPD-Aufmarschs gab, hat die antifaschistische Mahnwache eines verdeutlicht. Zukünftig wird es keine Ruhe mehr für die Naziverherrlichung zum Volkstrauertag geben.

In der Nacht zum darauffolgenden Montag schändeten Neonazis in mehreren Städten jüdische Friedhöfe. In Erfurt verteilten die Täter rote Farbe und in Hildburghausen sprühten sie Naziparolen. Besonders widerwärtig war das Bild in Gotha. Im Davidstern des Friedhofstors steckte ein Schweinekopf.
Die jüdische Gemeinde in Thüringen zeigte sich schockiert. Aus Empörung über die Anschläge fand am 23. November eine spontane antifaschistische Demonstration in Gotha statt.

In Gedenken der Opfer der Deutschen Barbarei

12.11.2008 AAG Gera

Reichspogromnacht jährt sich zum siebzigsten Mal - Neonazis provozieren in mehreren Städten



Mit einer Gedenkkundgebung wurde in Gera an die Reichspogromnacht vor siebzig Jahren erinnert. Vor dem Denkmal der zerstörten Synagoge versammelten sich mehr als 80 Menschen, unter ihnen der jüdische Zeitzeuge Eberhard Freise. Auch die Antifaschistische Aktion Gera [AAG] beteiligte sich an der städtischen Veranstaltung. Nach Reden und Stillem Gedenken wurden Kerzen entzündet. In Flugblättern erinnerte die AAG unter dem Titel "in Gedenken der Opfer der Deutschen Barbarei“ an den industriellen Massenmord an Jüdinnen und Juden: "Der Antisemitismus ist eine grundlegende Ideologie kapitalistischer Vergesellschaftung, die in diesen Verhältnissen angelegt ist. Deshalb droht stets Gefahr, dass der Antisemitismus reproduziert wird. Die Eigenheit des deutschen Antisemitismus war dessen offen eliminatorische und barbarische Dimension. Er gipfelte in der Planung und Ausführung der Shoa.“ Folglich heißt es weiter: "Der Kampf gegen Antisemitismus kann deshalb nur ein Kampf gegen die deutschen Zustände und für eine emanzipatorische Gesellschaft jenseits kapitalistischer Vergesellschaftung sein!“

Am Rande skandierten vereinzelte Neonazis NPD-Parolen oder tauchten direkt bei der Gedenkveranstaltung auf. Autonome AntifaschistInnen konnten auf eine dieser Provokationen direkt reagieren.

Bereits am Vortag des 9. Novembers kam es zu Aufmärschen von Neonazis. In Ronneburg und Gera hielt die NPD zwei Kundgebungen ab. ZivilgesellschafterInnen vom "Runden Tisch für Toleranz und Menschlichkeit“ und Autonome AntifaschistInnen beteiligten sich auf dem Marktplatz in Gera an einer Gegenkundgebung. Nach kurzer Zeit zogen die Neonazis wieder ab. In Reichenbach gelang es 100 Menschen mit Sitzblockaden mehrfach einen Aufmarsch von NPD und "freien Kameradschaften“ zu verzögern.
Die NPD plant unterdessen erneut eine Kundgebung. Anlässlich des Volkstrauertages wollen die Neonazis am kommenden Sonntag auf dem Ostfriedhof in Gera aufmarschieren.

Nie wieder Deutschland - Nazis entgegentreten!

Flugblatt

NPD-Kundgebungen und Hakenkreuze

25.10.2008 AAG Gera

Im Zuge des Wahlkampfes hatte die NPD in Thüringen zahlreiche Kundgebungen angekündigt. Am 19. September zogen schließlich wenige Neonazis vor dem Elsterforum in der Innenstadt auf. Um Proteste zu verhindern, fand diese in den Vormittagsstunden statt und war vorher nicht angekündigt. Trotzdem gab es eine Woche darauf Proteste gegen eine zweite NPD-Kundgebung. ZivilgesellschafterInnen vom „Runden Tisch für Toleranz und Menschlichkeit“ und AntifaschistInnen beteiligten sich an einer Gegenkundgebung auf der Sorge.
Erst letztes Wochenende wurde die Geschäftsstelle der LINKEN auf dem Markt mit Hakenkreuzen beschmiert, wie auch das Parteibüro der FDP. Erst im August hatten Neonazis die Scheiben des Büros der LINKEN eingeworfen, Aufkleber in der Innenstadt verklebt und im Stadtteil Tinz Hakenkreuze hinterlassen.

Schluss mit lustig - den antifaschistischen Widerstand organisieren!

Jugendlicher von Neonazis zusammengeschlagen

25.10.2008 AAWE Zwickau / Hartenstein

Spontandemonstration und Aufruf zum Widerstand

Auf dem Weg nach Hause wurde ein Jugendlicher in Zwickau von Neonazis angegriffen und schwer verletzt. Am Morgen des 11.10.2008 wollte der 22jährige mit dem Zug von Zwickau nach Hause fahren und wurde am Hauptbahnhof zuerst von zehn Nazis beschimpft und beleidigt. Danach wurde er von den Tätern angegriffen und ihm der Rucksack gestohlen. Das Opfer konnte sich in die Bahnhofshalle retten und ist schließlich mit dem Zug in Richtung Johanngeorgenstadt gefahren. Die Neonazis sind an der nächsten Haltestelle ebenfalls in den Zug gestiegen und haben das Opfer erneut bedroht, beleidigt und schließlich zusammengeschlagen. In Hartenstein (Sachsen) sind die Täter aus dem Zug ausgestiegen und haben ihr Opfer liegen gelassen. Der Betroffene wurde ins Krankenhaus eingeliefert, er erlitt ein Schädelhirntrauma, einen angebrochenen Knöchel, Kopf- und Gesichtsverletzungen, Prellungen und Blutergüsse am ganzen Körper.
Keine(r) der im Zug anwesenden PassantInnen eilte dem Opfer zu Hilfe. Es gab auch keinen Polizeianruf und keine Information an das Zugpersonal.
Als Reaktion darauf zogen am 14 Oktober ca. 70 AntifaschistInnen in Hartenstein. Sie demonstrierten ihre Solidarität mit den Opfern neonazistischer Gewalt und riefen zu Widerstand gegen Neonaziumtriebe auf.

Autonome Antifa Westerzgebirge

Kündigungen erzwingen "Free Fight"-Absagen

24.10.2008 AAG Presseerklärung Gera

Warnung vor Neonazis lässt Stadt und Vermieter Handeln - Antifa sieht darin ein wichtiges Zeichen



Zwei Kampfsportveranstaltungen an den kommenden Wochenenden mussten nach öffentlichem Druck abgesagt werden. Stadt und Vermieter kündigten die Nutzungsverträge auf. Zuvor hatte die Antifaschistische Aktion Gera (AAG) über Neonazis in den Reihen der Veranstalter berichtet.

Wie die Ostthüringer Zeitung (OTZ) in ihrer heutigen Ausgabe schreibt, musste „der Veranstalter des "1. Käfigkampfes" [...] gestern Abend aufgeben.“ Die Deutsche Bahn untersagte die Veranstaltung vom „Fightsport Gera e.V.“ und der "SUP Sicherheits- und Servicedienste GmbH" im „Lokschuppen“. Dieser wird demnach vom „Verein Geraer Eisenbahnwelten“ betrieben, der sich gegenüber der OTZ nun von dem Vorhaben distanzierte und von der Stadt nicht richtig informiert worden sein will.
Tatsächlich scheint es bei der Stadt einige Ungereimtheiten zu geben. Zwar habe Oberbürgermeister Norbert Vornehm den Veranstalter im Vorfeld „aufgefordert, den Käfigkampf abzusagen, weil solche Veranstaltungen Publikum aus der rechten Szene anzögen“. Doch noch gestern Mittag gab es Informationen, dass der „Käfigkampf“ eventuell in ein städtisches Gebäude verlegt werden würde. Laut OTZ versuchte das Baudezernat der Stadt, auf Bestreben eines Hauptsponsors, kurzfristig die Sporthalle Vollersdorfer Straße als Ausweichort zur Verfügung zu stellen. Diese war aber bereits belegt.

Konsequenter handelte die Stadt bei der „Night of Gladiators“ vom „Eastfight e.V.“. Diese war für den 1. November im städtischen Kultur- und Kongresszentrum angekündigt, scheinbar ohne zu wissen, wer sich konkret dahinter verbirgt. Als offizieller Veranstalter firmierte eine Agentur „Fun People“.
Wie sich erst am Mittwoch herausstellte, wurde die Kampfsportveranstaltung auf Betreiben von AntifaschistInnen schließlich schon vor Tagen abgesagt. Auf Anfrage zeigte sich die Getränkefirma „Red Bull“, die auf der Internetseite des „Eastfight e.V.“ augenscheinlich als Sponsor präsentiert wurde, empört. Sie wüssten nichts von der Veranstaltung und würden diese auch nicht unterstützen.

Vor zwei Tagen berichtete die AAG in einem Offenen Brief über Neonazis in den Reihen der anstehenden Kampfsportveranstaltungen. Sowohl beim „Fightsport Gera e.V.“ und deren Sponsor "SUP Sicherheits- und Servicedienste GmbH" als auch im Lager des „Eastfight e.V.“ und der dazugehörigen Sicherheitsfirma „Alpha DSD“. Demnach trainieren dort Neonazis und sind als Türsteher angestellt.

Schon 2005 veranstaltete der „Eastfight e.V.“ einen „Free Fight“ in der städtischen Pandorfhalle, bei dem das hiesige Sportamt keinen Grund zum Handeln sah. Nach diesem Eklat musste der Verein letztes Jahr nach Ronneburg ausweichen. Nur wenige Monate später, im Dezember 2007, kündigte der „Fightsport Gera e.V.“ den „1. Käfigkampf“ an. Wegen öffentlichen Drucks wurde dieser aber abgesagt. Einer der Hauptsponsoren- und Organisatoren Jörg Krautheim war lange Jahre führender NPD-Funktionär. Von ihm hat sich der Verein bis heute nicht eindeutig distanziert. Der kommende Samstag war allem Anschein nach der Nachholtermin. „Es ist richtungsweisend, dass die auf den ersten Blick rein sportlichen Veranstaltungen verhindert werden konnten. So wurde der dritte dieser Versuche vereitelt und ein Schritt getan, Neonazis im Sport keine Nische zu bieten. Damit sich so etwas in Zukunft jedoch nicht wiederholt, müssen weitere Konsequenzen folgen. Dazu gehört es Neonazis aus Sportvereinen auszuschließen oder Vereinen, die sie tolerieren, keine städtischen oder privaten Sporthallen und Räume mehr zur Verfügung zu stellen. Ebenso notwendig ist es, keine Aufträge mehr an Sicherheitsfirmen, die Neonazis beschäftigen, zu vergeben und ein Verbot von Nazikleidung in allen Sportstätten der Stadt durchzusetzen“, merkt Anna Schneider, Pressesprecherin der AAG, an.

Presseerklärung 22.10.2008
Ostthüringer Zeitung 22.10.2008

Augen zu und Ring frei zur nächsten Runde

22.10.2008 AAG Offener Brief Gera

Für die kommenden Samstage werben Kampfsportvereine und Sponsoren wieder für "Free Fight" Veranstaltungen. Dass sich dahinter weiterhin Neonazis verbergen, stört scheinbar niemanden. Die Antifaschistische Aktion Gera fordert Kündigung der Mietverträge.

Neonazis als Sportler bei Kampfsportvereinen und Türsteher von Sicherheitsfirmen sind seit Langem Normalität. Seit 2005 drängen Vereine und Sponsoren mit "Free Fight" Veranstaltungen in die Öffentlichkeit. Dabei traten Neonazis bisweilen als Kämpfer, Sponsoren oder Organisatoren ungeniert in Erscheinung. Nachdem der letzte "Free Fight" nach Protesten von AntifaschistInnen vor einem Jahr verhindert werden konnte, versuchen sie nun jede Aufregung zu vermeiden. Verbindungen zu Neonazis finden sich erst auf den zweiten Blick. In einem ehemaligen "Lokschuppen" der Deutschen Bahn will der "Fightsport Gera e.V." und im städtischen "Kultur und Kongresszentrum" der "Eastfight e.V." jeweils einen Kampfsportabend veranstalten. Die Antifaschistische Aktion Gera [AAG] fordert die sofortige Kündigung der Mietverträge und eine klare Positionierung gegen Neonazis im Sport, bei Sicherheitsfirmen und anderswo. Den gesamten Offenen Brief und die Dokumentation auf Indymedia.

Offener Brief 22.10.2008
Dokumentation 22.10.2008

Zwei Morde in nur wenigen Tagen

04.09.2008 Neues Deutschland Sachsen-Anhalt

Zwei junge Männer in Sachsen-Anhalt von rechten Schlägern getötet

Im August sind in Sachsen-Anhalt zwei junge Männer von Rechtsextremen umgebracht worden. Weil die Fälle kaum Aufsehen erregten, werden Vorwürfe gegen die Behörden laut. Die verweisen auf unklare Tatmotive.

Rick L. starb im Gebüsch hinter einer Bushaltestelle in Magdeburg. Der 20-jährige Kunststudent wurde von einem Mann umgebracht, der nicht nur bei der Polizei berüchtigt ist. Es handelt sich um den 26 Jahre alten Bastian O., einen rechten Schläger, der zuletzt 26 Monate im Gefängnis verbrachte, weil er einen Kampfhund auf einen Mann aus Togo gehetzt hatte. Den Studenten soll er brutal zusammengetreten haben, worauf dieser an seinem eigenen Blut erstickte.

Marcel W. wurde mit zahllosen Messerstichen getötet. Auch den gerade 18 Jahre alten gewordenen jungen Mann aus Bernburg hat ein Rechtsextremer auf dem Gewissen: David B., ein gewaltbereiter Neonazi, gegen den bei Gericht wegen einer Körperverletzung verhandelt wurde. Einer der Zeugen war Marcel W. Nachdem dieser aber schon zweimal nicht zu einer Verhandlung erschienen war, drohte ihm die Vorführung durch die Polizei. Tage vor dem Termin starb er in einer Bernburger Wohnung.

Die beiden schlimmen Verbrechen ereigneten sich im Abstand von nur einer Woche bereits im August, schlagen aber erst jetzt in Sachsen-Anhalt hohe Wellen. Auslöser ist ein Bericht des »Spiegel« in dieser Woche, wonach die Ermittler im Fall von Rick L. Hinweise auf einen politischen Tathintergrund hätten, diese aber nicht veröffentlichten. Demnach soll das spätere Opfer O. in einer Disko als »Nazi« bezeichnet haben, worauf dieser auf dem Heimweg losprügelte. Nachdem Sachsen-Anhalt in früheren Jahren öfter Versäumnisse im Umgang mit rechten Vorfällen vorgeworfen wurden, werden Verantwortliche nun erneut der Verharmlosung geziehen. Uwe-Karsten Heye, Ex-Regierungssprecher und Vorsitzender des Vereins »Gesicht zeigen! Aktion weltoffenes Deutschland«, sprach in »Bild« von einer »Allianz der Gleichgültigen« in Magdeburg. [...] Der gesamte Artikel auf den Seiten von "Neues Deutschland".

Neues Deutschland
Spiegel
Jungle World

Sabotnik ist zurück

30.08.2008 AG17 Erfurt

Seit Juni gibt es ihn wieder. Nach mehreren Jahren Pause hat der Infoladen Sabotnik in Erfurt neu eröffnet. Er ist ein Ort zur Vernetzung linker, alternativer Strukturen. Infoveranstaltungen und Lesungen zu aktuellen Themen und Aktionen sind geplant. Außerdem soll der Infoladen eine Anlaufstelle für politisch interessierte aber nicht organisierte Menschen sein, bei der sie sich informieren, diskutieren und auch Leute und Strukturen kennen lernen können.

Infoladen Sabotnik Erfurt

Problem nicht erkannt?

30.08.2008 AAG Greiz

Geringe Beteiligung an Demonstration gegen Neonaziaufmarsch in Greiz

In einer Demonstration zogen zivilgesellschaftliche und antifaschistische Gruppen am 2. August durch Greiz. Anlass war ein Aufmarsch von Neonazis am Elsterufer.
Mit lauter Musik, Transparenten, Redebeiträgen wurde dazu aufgerufen den Neonazis solidarisch entgegenzutreten. "Die geringe Teilnahme am antifaschistischen Protest lässt jedoch fragen, ob das Problem der zunehmenden Neonaziaktivitäten vor Ort nicht erkannt wird", so die Pressesprecherin der Antifaschistischen Aktion Gera [AAG]. Eine Störung der NPD-Veranstaltung war mit 150 Menschen und dem immensen Polizeiaufgebot schlicht unmöglich.
Die NPD sorgte derweil selbst für ihren peinlichen Auftritt. Von angekündigten 350 erschienen nur 80 Neonazis und schließlich fiel über Stunden der Strom für die angekündigten Bands aus. Damit war deren Aufmarsch nach 2007 eine erneute Schlappe für die NPD vor Ort.

400 Menschen demonstrieren gegen Neonazis

20.07.2008 AAG Presseerklärung Gera

Antifa-Block setzt eigene Akzente - keine Behinderungen der NPD-Veranstaltung



Im Zentrum von Gera demonstrierten am gestrigen Samstag 400 Menschen gegen einen alljährlichen bundesweiten Naziaufmarsch. Die Hälfte beteiligte sich am antifaschistischen Block. Polizeieinheiten provozierten zum Ende der Demonstration. Die NPD-Veranstaltung mit 600-800 Neonazis wurde wie in den Vorjahren nicht behindert.

Gegen 14.30 zog die städtische Demonstration Richtung Aufmarschplatz der Neonazis. Der teilnehmende antifaschistische Block stand unter dem Motto "Naziaufmärsche stören – holen wir uns endlich die Straße zurück". Mit Sprechchören, Transparenten und einem Redebeitrag der Antifaschistischen Aktion Gera [AAG] rief dieser zu offensivem Widerstand gegen Neonazis auf. Dabei stand auch die "alltägliche Dominanz" von Neonazis und das "Stillschweigen und Bagatellisieren" in der Stadt in der Kritik.
Vor dem Veranstaltungsort der NPD, der Spielwiese im Stadtteil Debschwitz, kam es zu Provokationen seitens der Polizeieinheiten. Sie versuchten die AntifaschistInnen abzudrängen, woraufhin sich diese wehrten. Es folgten Rangeleien, bei denen mehrere Menschen von der Polizei festgehalten wurden.

Den Tag über kam es in der Innenstadt zu vereinzelten Konfrontationen mit Neonazis. An deren Aufmarsch beteiligten sich mit 600-800 Personen etwa so viele wie im Vorjahr. Es war seit 2003 die sechste NPD-Veranstaltung mit Rechtsrockbands und Propagandareden in der Stadt.

"Es gelang zwar nicht, die NPD bei ihrem Aufmarsch zu behindern, doch wir sehen einen positiven Trend. Der Antifa-Block konnte eigene Akzente setzen und die Zahl der Neonazis stagnierte erstmals. Zukünftig werden wir alles daran setzen, dass sich noch mehr Menschen an den Protesten beteiligen und der NPD entschlossen entgegentreten.", so die Pressesprecherin der AAG. Bereits am 2. August wird dies notwendig sein. Dann planen antifaschistische Gruppen eine Demonstration gegen einen weiteren NPD-Aufmarsch in Greiz.

Indymedia 19.07.2008
Presseerklärung 20.07.2008
Pressespiegel 21.07.2008
Indymedia #1 21.07.2008
Indymedia #2 21.07.2008

Rote Hilfe Jena

Einmal Nazis? Ständig nur Nazis!

19.07. / 02.08.2008 Aktionen Gera / Greiz



Der Schein trügt und zwar gewaltig. Während die Öffentlichkeit nur gelegentlich Neonaziangriffe und NPD-Wahlerfolge zur Kenntnis nimmt, ist die Realität oft deutlich prekärer. Gewalt gegen MigrantInnen, JüdInnen und politische GegnerInnen stehen vielerorts ebenso auf der Tagesordnung wie Neonaziaufmärsche. Als wäre dies nicht genug, verzeichnen Studien eine stetig wachsende Akzeptanz für nationalistische, rassistische und antisemitische Weltanschauungen in der bürgerlichen Gesellschaft. Zustände, die sich so auch in den Provinzstädten Gera und Greiz wiederfinden. Seit den letzten Angriffen und NPD-Veranstaltungen sind nur wenige Monate vergangen und schon wieder mobilisieren die Neonazis zu einem alljährlichen bundesweiten Aufmarsch am 19. Juli 2008 nach Gera und einem weiteren, zwei Wochen darauf in Greiz.
Daher rufen wir Dich auf, zusammen mit deinen Freundinnen, Freunden und vielen Anderen die Aufmärsche zu stören und gegen die untragbare alltägliche Dominanz von Neonazis zu demonstrieren. Komm in den Antifa-Block. Holen wir uns endlich die Straße zurück.

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AntifaschistInnen Greiz [AFAG]

Indymedia 09.07.2008
Pressemitteilung 10.07.2008
Radio Corax 15.07.2008

Daten
Gera
13.00
Museumsplatz

Greiz
14.00
Bruno-Bergner-Str Ecke
Zentastr
(Parkplatz Arbeitsamt)

Infotelefon
0179 721 927 6
An den Aktionstagen

Ermittlungsausschuss
03641 449 304
Bei Festnahmen und
Polizeiübergriffen

Information
Antifaschistischer Block auf der Demonstration gegen den bundesweiten Naziaufmarsch
19.07.2008
Gera

Proteste gegen den Naziaufmarsch
02.08.2008
Greiz






Über 200 auf antifaschistischer Spontandemo nach Nachziangriff und Polizeigewalt

14.07.2008 AG17 Erfurt

Nach dem am Samstag dem 13.07.08 ca 25 Nazi-Hooligans der Vereinigung "Kategorie Erfurt" (KEF) Feiernde einer Schlauchboot-Tour angriffen und diese sich daraufhin erfolgreich wehrten, kam es unmittelbar im Anschluss zu einem brutalen Polizei-Einsatz gegen die Angegriffenen. Diese Geschehnisse wurden zum Anlass für eine kraftvolle antifaschistische Spontandemo genommen. Bericht und Bilder auf den Seiten der AG17

AG17

Italien: Von Nazis totgeschlagen

04.05.2008 ALB Italien

In der Nacht des ersten Mai wurde Nicola Tommasoli (29) von fünf Neonazis aus Verona (Norditalien) brutal zusammengeschlagen. Er fiel ins Koma, inzwischen wurde er für Hirntod erklärt. Am vierten Mai stellte sich einer der Täter bei der Polizei. Er ist 19 Jahre alt, kommt aus einer wohlhabenden Familie und gehört zu den rechtsextremen Ultrà von Hellas Verona. Zwei weitere Täter, aus dem gleichen Umfeld, wurden am 5. Mai gefasst. Die letzten Beiden haben sich inzwischen gestellt.

Bereits 2007 wurde gegen den 19-jährigen Täter und 16 andere Neonazis ermittelt, weil sie sich zu einer kriminellen Vereinigung zusammengeschlossen haben sollen. Auch die vier anderen Täter sollen aus diesem Kreis kommen. Auf ihr Konto gingen Überfälle gegen Migranten, Linke, Skater und viele Andere, die ihrer Ansicht nach das Bild Veronas beschmutzen.

Bei einer damit zusammenhängenden Hausdurchsuchung im letzten Jahr fanden die Beamten Waffen, Nazisymbole und Videomaterial, das viele der Gewalttaten belegt. Die Bande konnte trotzdem weiter die Stadt terrorisieren.

Auch Material der Veneto Fronte Skinheads wurde bei der Hausdurchsuchung gefunden. In Deutschland sind Diese von Auftritten auf dem Rudolf Hess Marsch, oder dem jährlichen Revisionisten-Aufmarsch im Februar in Dresden bekannt. Die 1986 gegründete Organisation, die sich auf ihrer Website mit Angriffen auf Linke und Migranten rühmt, distanziert sich zwar von der Tat. Ihre Vorbildfunktion für die jungen Mörder ist jedoch nicht zu verkennen.

Gianfranco Fini von der post-faschistischen Alleanza Nazionale und neuer Präsident der italienischen Abgeordnetenkammer verharmloste unterdessen die Tat, indem er öffentlich erklärte, dass die linksradikale erste Mai Demonstration in Turin, auf der Fahnen von Israel und den USA verbrannt wurden, viel schlimmer gewesen sei.

Antifa heisst Angriff

03.05.2008 ALB Bundesweit

Zum 1. Mai 2008 zog es zehntausende auf die Straßen gegen Nazis, Kapitalismus und Krieg.

Allein in Berlin beteiligten sich weit über 10.000 Menschen an der revolutionären 1.-Mai-Demonstration in Kreuzberg; außerdem nahmen einige tausend Personen an einer MayDay-Parade teil. In Nürnberg kamen rund 4.000 AntifaschistInnen zur antikapitalistischen 1.-Mai-Demo und zu Protesten gegen einen Nazi-Aufmarsch. In Hamburg versammelten sich rund 10.000 Personen zu einer Bündnisdemonstration gegen rechts, davon rund 5.000 im Antifa-Block.

In Hamburg kam es zu massiven Ausschreitungen von AntifaschistInnen gegen einen NPD-Aufmarsch. Zahlreiche PKW von Nazis sowie zwei Polizeiautos wurden in Brand gesetzt, Reisebusse der Nazis beschädigt und brennende Barrikaden errichtet.

Weitere Demonstrationen gab es in Bielefeld, Lübeck, Magdeburg, Stuttgart, Oldenburg, Tübingen, Innsbruck, Frankfurt, Göttingen, Hannover und Bochum. In Zürich (CH) kam es zu Zusammenstößen mit der Polizei und mehrere Autos brannten aus. Ein PKW raste dort in den Demozug und verletzte mehrere Personen. In Istanbul wurde eine 1.-Mai-Demo von Polizei und Militär angegriffen.

Aufgestanden Platz genommen

09.04.2008 Black Red Press / AAG Weimar

Blockade hindert Nazis an Marsch in die Innenstadt von Weimar

450 bis 600 BürgerInnen und 450 Antifas beteiligten sich an Blockaden und dezentralen Aktionen Am Samstag, den 5. April 2008, fanden anlässlich einer Nazi-Demonstration unter dem Motto »Kinder, Zukunft, NPD!«, bürgerliche und antifaschistische Gegenaktion statt. Nach Angriffen auf das sozio-kulturelle Zentrum "Gerber" vor zwei Wochen sollte auch deutlich gemacht werden, dass es für Nazis kein Platz in Weimar gebe. Organisiert und aufgerufen haben der Bürgermeister, das Bürger_innenbündnis gegen Rechtsextremismus Weimar, das Haus für Sozialkultur und natürlich die autonome Antifa Weimar [AAW]. Mit dabei war natürlich auch die Antifaschistische Aktion Gera [AAG]. Der gesamte Bericht und Bilder auf den Seiten von BRP.

BRP

Besetztes Haus in Erfurt durch Behörden bedroht

06.04.2008 Besetztes Haus / AAG Erfurt

Ende 2005 wurde in Gera eines der bedeutendsten Autonomen Zentren in Thüringen von den hiesigen Behörden mit ihrer "Law and Order" Politik zur Schließung gezwungen. Drei Jahre später holt nun das Ordnungsamt in Erurt zum Schlag gegen das örtliche Besetzte Haus aus.
Letzte Woche wurde dem neuen Eigentümer des ehemaligen Topf & Söhne Geländes durch das Ordnungsamt Erfurt ein Bescheid zugestellt, der ihn mit sofortiger Wirkung verpflichtet, alle Veranstaltungen auf dem Areal zu unterbinden. Als Begründung wurden bau- und nutzungsrechtliche Erwägungen sowie Sicherheitsbedenken angeführt.
Dies würde für uns das Ende sämtlicher kultureller und politischer Arbeit bedeuten. Sieben Jahre Auseinandersetzung mit der Historie des Geländes und anderen gesellschaftlichen Themen, Veranstaltung von Konzerten, Lesungen, Workshops, etc. werden dabei schlichtweg ignoriert.
Ignoriert wird auch, dass die Besetzer_innen nur einen Teil des Geländes nutzen, der durch die Besetzung und Nutzung in einem weitaus besseren baulichen Zustand ist, als der Rest des Geländes. Auch in den vergangenen Jahren war der bauliche Zustand des Geländes der Stadt durchaus bekannt. Trotzdem wurde die nichtkommerzielle politische und kulturelle Arbeit der Besetzer_innen toleriert, ja teilweise sogar gut geheißen. Vertreter_innen der Stadt ließen sich zum Beispiel von den Besetzer_innen bei einem Rundgang über die Brache führen und bei der Vorbereitung und Umsetzung des Rahmenprogramms zur Ausstellung "Zug der Erinnerung" wurde zusammen gearbeitet.
"Wir fragen uns wie es kommt, dass bestimmte Teile der Stadt nach sieben Jahren plötzlich entdecken, dass Besetzungen illegal sind und solche selbstverwalteten Projekte den Standards städtischer Projekte nicht entsprechen und auch gar nicht entsprechen wollen?" - so eine Sprecherin der Besetzer_innen.
Klar scheint in jedem Falle, dass die angegebenen baulichen Mängel nicht der Grund für das plötzliche Engagement der städtischen Behörde sein können, denn diese sind ja schon seit Jahren bekannt. Bleibt zu vermuten, dass hier die Aushandlung politischer Machtverhältnisse im Vordergrund steht, die exemplarisch am politischen Umgang mit dem Besetzten Haus ausgetragen werden. Wir wollen das politische, kulturelle und soziale Projekt in seiner jetzigen selbstverwalteten Form erhalten und wünschen uns hierfür eine vielfältige, kreative Solidarität.

Machtkampf in Thüringer NPD

03.04.2008 Thüringer Allgemeine Erfurt / Thrüringen

Am 12. April findet sich die NPD Thüringen zu einem geheimen Wahlparteitag zusammen. Der Vorstand soll neu bestimmt werden. Zwei Lager drohen dabei die Rechtsextremen zu spalten. Thorsten Heise und Kai-Uwe Trinkaus haben die bisherige Parteiführung unter Frank Schwert und Patrick Wieschke herausgefordert. Zudem wächst der Widerstand gegen den Wahlpakt mit der DVU 2009.

Erfurts NPD-Chef Kai-Uwe Trinkaus sei tot. Diese Meldung kursierte am 1. April im Internet. Er wäre bei einem Unfall ums Leben gekommen, weil die Bremsleitungen an seinem Wagen manipuliert waren. Seither wabert eine Debatte darüber, ob die eigenen, dem umstrittenen Kreischef nicht freundlich gesinnten, Leute oder die Antifa die Nachricht platzierten.

Der vor etwa zehn Jahren aus der PDS ausgeschiedene Trinkaus hat seit seinem Eintritt bei den Rechtsextremen so um 2006 kaum eine Gelegenheit ausgelassen, aufzufallen, oft hart an der Strafrechtsgrenze. Beispielsweise als im Vorjahr persönliche Daten aus Ermittlungsakten auf der Erfurter NPD-Homepage kursierten oder Bundestagsabgeordnete und Minister plötzlich ungewollt für einen als NPD-nah geltenden Erfurter Sportverein warben.

Jetzt aber will Trinkaus bei den Neonazis ganz nach oben. "Er hat sich um den Posten des Thüringer Parteichefs beworben", bestätigt NPD-Landesgeschäftsführer Patrick Wieschke dieser Zeitung. Eine weitere Bewerbung sei von Thorsten Heise eingegangen. Bei Heise, der auch NPD-Bundesvorstand ist, hatte die Staatsanwaltschaft vorigen Oktober das Grundstück im Eichsfelddorf Fretterode durchsuchen lassen. Gefunden wurden hunderte CD und viele Schriften, die nun akkribisch ausgewertet werden. Es sollen auch Waffen darunter gewesen sein, von denen eine "gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz verstoßen" habe, wie Nadja Nielsen von der Frankfurter Staatsanwaltschaft damals sagte.

Vorigen Dezember wurde der ohnehin schon wegen Körperverletzung, Landfriedensbruch und Volksverhetzung vorbestrafte Heise vom Landgericht Göttingen erneut wegen Volksverhetzung verurteilt. Er und Trinkaus sollen sich bereits getroffen haben, um Strategien abzusprechen, wird nun in NPD-Kreisen kolportiert.

Diese beiden Bewerber treten gegen NPD-Landeschef Frank Schwert an, der zudem Bundesgeschäftsführer der Rechtsextremen ist. Auch Schwert kennt wie Wieschke oder Heise das Gefängnis von innen. Und er wurde gerade von der Berliner Staatsanwaltschaft erneut wegen Volksverhetzung gemeinsam mit dem NPD-Parteichef Udo Voigt und Parteisprecher Klaus Beier angeklagt.

Patrick Wieschke hatte vorigen November im Schweriner Landtag für einen Skandal gesorgt, weil er als Praktikant der NPD-Fraktion tätig war, obwohl er eine Vorstrafe wegen Körperverletzung und Anstiftung zum Sprengstoffanschlag hat. Er soll als 16-Jähriger den Anschlag auf einen türkischen Döner-Imbiss im August 2000 in Eisenach veranlasst haben.

Damit ihr Machtkampf nicht an die Öffentlichkeit dringt, hat die NPD die Presse von ihrem Parteitag ausgeschlossen. Und es dürften weitere heikle Themen für Debatten sorgen. So soll es Pläne geben, Peter Marx, den NPD-Generalsekretär, als Thüringer Spitzenkandidaten auf die Landesliste für die Parlamentswahl 2009 zu setzen. Wieschke erklärte zwar, dass noch nicht über die Landesliste beraten wird. Im Internet und unter Rechtsextremisten hat die Debatte aber längst begonnen. Peter Marx war im Jahr 2000 wegen Wahlbetrugs zu 160 Tagessätzen verurteilt worden, weil er 1997 im hessischen Kommunalwahlkampf Unterstützungsunterschriften für NPD-Kandidaten erschlichen haben soll.

Für Streit in Thüringen sorgt auch der Pakt zwischen NPD und DVU. Im Dezember warf die "Thüringer Stimme" der Landes-NPD der DVU vor, weder sachlich noch personell in der Lange zu sein, zur Landtagswahl antreten zu können. Zum DVU-Parteitag am 9. März in Thüringen waren umgekehrt keine NPD-Gäste geladen. Alles spricht also für eine NPD-Liste. Von Kai Mudra

Familie flieht wegen Rassismus aus Rudolstadt

01.04.2008 Kölner Stadtanzeiger Rudolstadt / Erkelenz

Irgendwann ging es nicht mehr

Die zuständige Oberkirchenrätin versucht gar nicht erst, die Sache schön zu reden. "Ich finde das gelinde gesagt katastrophal", sagt Marita Krüger. Dann setzt die Protestantin aus dem thüringischen Eisenach hinzu: "Es ist im Osten Deutschlands manchmal nicht leicht, wenn man anderer Hautfarbe ist." Fremdenfeindlichkeit existiere auch in Kirchengemeinden - in Ost und West.

Der Pfarrer Reiner Andreas Neuschäfer und seine Familie sind augenscheinlich Opfer dieser Fremdenfeindlichkeit geworden. Im Jahr 2000 zog das Ehepaar Neuschäfer aus dem Rheinland in die thüringische Kleinstadt Rudolstadt, die für sich selbst damit wirbt, "heimliche Geliebte Schillers" zu sein. 2007 - man muss es so sagen - haben das Paar und die inzwischen fünf Kinder die Flucht ergriffen: von Deutschland Ost nach Deutschland West.

In Köln-Kalk geboren

Neuschäfer, in Köln-Kalk geboren und als Pfarrer in Gummersbach und Bergneustadt tätig gewesen, war in Thüringen die Stelle eines Schulbeauftragten angeboten worden. Er griff zu. Der 40-Jährige erteilte Religionsunterricht an staatlichen Gymnasien in Saalfeld und Bad Blankenburg. Und er betreute 300 andere Lehrer, die es ihm in Südthüringen gleich tun. Neuschäfer mochte seinen Job. Die Familie hatte sich in Rudolstadt ein Haus gekauft. Sie kam, um zu bleiben.

Das allerdings erwies sich als schwierig, wenn nicht gar unmöglich. Denn Miriam Neuschäfer hat eine indische Mutter. Sie selbst und ihre Kinder haben schwarze Haare und eine dunklere Hautfarbe als andere Menschen in Thüringen. "Wir sind nicht mal schwarz-braun, sondern noch relativ hell", sagt sie. "Aber es hat gereicht."

Beleidigungen waren an der Tagesordnung. Ein Kind kam mit der Frage nach Hause: "Mama, was ist ein Nigger?" Es hatte die Frage aus der Schule mitgebracht. Der älteste Sohn Jannik Jonas wurde in der Schule von Gleichaltrigen verprügelt - und musste zwei Wochen zu Hause bleiben. Die Schulleitung, sagt Neuschäfer, unternahm wenig, was das Entsetzen noch vergrößerte. Auch eine Entschuldigung der Eltern der kleinen Schläger blieb aus. Schlimmer für den Jungen waren womöglich seelische Kränkungen. So wurde Jannik Jonas in den sieben Jahren seines Rudolstädter Lebens nicht einmal zu einem Kindergeburtstag eingeladen.

Miriam Neuschäfer sagt, sie sei in der Öffentlichkeit grundsätzlich geduzt worden. In manchen Geschäften habe man sie nicht bedient. ",So was hat man früher zwangssterilisiert!' - das haben mir die Leute ins Gesicht gesagt." Die 32-jährige Mutter erklärt: "Wir sind ein bisschen anders. Wir sehen ein bisschen anders aus. Wir haben auch ein, zwei Kinder mehr als andere Familien." Im Osten sei zudem sei die Abneigung gegen die Kirche stärker verbreitet als im Westen. Während Herr Neuschäfer wenigstens beruflich integriert war, lebten Frau Neuschäfer und die Kinder im Alter von zehn, acht, fünf, drei und einem Jahr in fast vollständiger Isolation. "Irgendwann", sagt sie spürbar verzweifelt, "ging es nicht mehr".

Ärger mit der Kirchenleitung

Im vorigen Herbst bezogen die Neuschäfers einen "Zweitwohnsitz" im rheinischen Erkelenz; dort haben sie familiäre Kontakte. Und Reiner Andreas Neuschäfer pendelt seitdem jede Woche zwischen Rudolstadt und Erkelenz hin und her. Die Distanz beträgt 430 Kilometer. Die Fahrt dauert vier Stunden. Weil das auf Dauer kein Zustand ist, sucht der keineswegs verbitterte Mann jetzt eine Stelle als Schulbeauftragter im Rheinland. Die rheinische Landeskirche weist ihn auf freie Stellen hin. Ganz einfach ist der Wechsel nicht. "Es ist schwierig, vom Osten in den Westen zurückzugehen", sagt Neuschäfer. "Ost-Erfahrung ist eher nicht so das, was gesucht wird." Mauern stehen nicht bloß in Thüringen.

Anfänglich waren andere Lösungen im Gespräch. Die ebenso verständnisvolle wie ratlose Oberkirchenrätin Krüger hatte dem Pfarrer vorgeschlagen, eine Pfarrstelle an der früheren innerdeutschen Grenze anzunehmen - auf thüringischem Gebiet. Die Kinder hätten in Hessen oder Bayern zur Schule gehen können. Doch dann, so Neuschäfer, hätten die Gemeindemitglieder wohl gefragt, ob denn die Pfarrerskinder etwas Besseres sind als ihre eigenen.

Zuletzt hatte der Pfarrerauch noch Ärger mit der Kirchenleitung. Neuschäfer hatte in der Kirchenzeitung "Glaube und Heimat" einen Artikel veröffentlicht, in dem er sich mit der Hetzjagd auf Inder im sächsischen Mügeln befasst. Darin verweist er auf die Erfahrungen seiner Familie und schreibt: "Eine ebenso unheimliche wie unterschwellige Feindlichkeit gegenüber Fremdem, Unheimlichem und Anderem gibt es bei uns in Ostdeutschland sowohl bei "den" Rechten als auch bei "den" Linken. (...) Auch im Raum der Kirche sind nicht automatisch alle gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit!"

Die Kirchenleitung habe ihn aufgefordert, solche Beiträge nicht nochmal zu veröffentlichen, berichtet Neuschäfer. Mancher Leser habe sich auf den Schlips getreten gefühlt. Das dürfte den Entfremdungsprozess zwischen den Neuschäfers und ihrer Umwelt weiter voran getrieben habe. Einen Monat nach Mügeln verließen sie Rudolstadt. Das Fazit des Pfarrers ist kurz: Wenn die Ostdeutschen das fremdenfeindliche Erbe der DDR nicht aufarbeiteten, werde das Problem nicht zu lösen sein.

Der Vorsitzende des Bundestags-Innenausschusses, Sebastian Edathy (SPD), stellt fest: "Dass Menschen sich - zugespitzt formuliert - im eigenen Land auf die Flucht machen müssen, kennt man eigentlich nur aus nicht-demokratischen Ländern." Es sollte im 21. Jahrhundert selbstverständlich sein, ohne Angst verschieden sein zu können. "Das Traurige ist, dass mit dem Weggang der Familie genau das Gegenteil dessen passiert, was eigentlich nötig ist - eine heterogenere Zusammensetzung der ostdeutschen Bevölkerung. Eine aktive Bekämpfung von Diskriminierung ist nicht zuletzt ein Beitrag zur Schaffung gleichwertiger Lebensverhältnisse." Der Ostbeauftragte der Bundesregierung, Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD), sieht "die Zivil gesellschaft gefordert". Es gehe darum, eine Atmosphäre der Gastfreundschaft über alle kulturellen Differenzen hinweg zu schaffen. "Wer selbst leise Diskriminierung in seiner Nähe wahrnimmt, sollte das zur Sprache bringen", mahnt Tiefensee. Rudolstadts parteiloser Bürgermeister Jörg Reichl sagt: "Mir sind außergewöhnliche Vorkommnisse nicht bekannt. Es wird manches übertrieben. Hier herrscht keine Ausländerfeindlichkeit."

Reiner Andreas Neuschäfer sieht das anders. "Einzelne haben uns Mut gemacht", erwidert er. "Aber wir sind nicht prädestiniert dafür zu kämpfen. Wir können unsere Familie nicht zum Opfer machen." In Erkelenz gebe es keine Anfeindungen. "Den Kindern geht es wunderbar. Das ist wie ein neues Leben." Von Markus Decker

Mit den Clowns kamen die Tränen

01.04.2008 ARTZ Zwickau

Freie Kameradschaften in Zwickau erfolgreich von AntifaschistInnen gestört

Seit mittlerweile mehr als drei Monaten versammeln sich jeden Montag zwei bis drei Dutzend Nazis in der Innenstadt von Zwickau (Westsachsen). Unter dem Etikett der "Autonomen Nationalisten” (AN) versuchen sie die seit fast vier Jahren stattfindenden Montagsdemonstrationen zu unterlaufen. Auch wenn sie sich äußerlich von dem in der Bürgerschaft verbreiteten Bild des Skinhead-Nazis der 90er Jahre abgrenzen, sprechen ihre Parolen doch eine eindeutige Sprache. Der propagierte "Nationale Sozialismus” unterscheidet sich schon im Wortlaut nur marginal vom "Nationalsozialismus”. Trotz immer wieder bekundeter Abgrenzung zur NPD, sind die "Freien Kräfte” der Region ideologisch jedoch kaum von der Partei zu unterscheiden; nicht umsonst wird bei jeder sich bietenden Möglichkeit gemeinsame Sache gemacht. Da die Montagsdemonstranten auf antifaschistischer Grundlage arbeiten, melden die Nazis seit dem 10. März eine eigene Kundgebung an und können nun ungestört ihren Stumpfsinn auf die konsumorientierte Bevölkerung kotzen! [...]

Angesichts der geballten Ignoranz in der Stadt Zwickau waren am Montag alle Antifaschistinnen und Antifaschisten der Region aufgerufen sich den Nazis entgegenzustellen! Gegen die rechtsextremen Kader mit geschlossenem Weltbild und klaren Strategien war Ignoranz genau die falsche Antwort. Im einige Kilometer entfernten Mittweida musste mensch bereits erleben, wie diese Politik endet. Stattdessen galt es die Zwickauer Bevölkerung aufzuklären und das vorhandene Rechtsextremismusproblem zu benennen und ernst zu nehmen. Die Nazis sind nicht alle dumm und noch weniger sind wirklich in prekären sozialen Situationen oder arbeitslos. Sie sind Überzeugungstäter und ihre menschenverachtende Ideologie basiert auf weitverbreiteten rassistischen Einstellungen in der Gesamtbevölkerung. Wo Rechtsextremismus zum Lifestyle geworden ist, muss mensch mit Lifestyle dagegenhalten. Auch in Zwickau muss es ein alternatives Jugendzentrum geben!
So gelangten an diesem Montag etwa 50 (später auf 70 und mehr angewachsen) mit Clownsnasen und Tröten bewaffnete Antifas zunächst zur Montagskundgebung. Dort wurden die lokalen AN und ihre Unterstützer aus u.a. Plauen, Leipzig und Chemnitz mit einem lautstarken "Alerta Antifascista!” und schickem Riesentransparent (”Naziterror stoppen – Alternative Freiräume schaffen!”) begrüßt, ausgepfiffen und schlussendlich von der Polizei verjagt. Anschließend besetzten die Antifaschistinnen und Antifaschisten den Ort der geplanten Nazi-Kundgebung. [...] Der gesamte Bericht und Bilder auf den Seiten von ARTZ .

ARTZ

Neonazis prügeln 19 jährigen Punk ins Koma

14.03.2008 AAG Presseerklärung Berga / Gera

Polizei offenbar nicht vor Ort und lässt Presse im Dunkeln – Angreifer seit mehreren Monaten aktiv

In der Nacht vom 9. zum 10. Februar 2008 wurde ein jugendlicher Punk in Berga an der Elster aus einer Gruppe Neonazis heraus angegriffen und schwer verletzt. Der 19 jährige musste daraufhin in ein künstliches Koma versetzt werden. Dass er überlebte ist einem glücklichen Umstand zu verdanken. Unterdessen deutet alles daraufhin, dass die zuständige Polizeidirektion Gera am besagten Abend nicht vor Ort war. Sie hüllt sich seitdem in Schweigen und lässt die Presse im Dunkeln. Nach Informationen der Antifaschistischen Aktion Gera [AAG] attackierten die Angreifer jedoch schon mehrfach linke Jugendliche und das alternative Zentrum "Grünes Haus".

Der 19 jährige ist auf dem Weg der Besserung bestätigte dessen Schwester. Nach zweimaliger Reanimation und künstlichem Koma wird es jedoch einige Zeit dauern bis er völlig genesen ist. Größtes Glück brachte ihm der Umstand, dass vor Ort sein Wohnungsschlüssel nicht aufzufinden war. Nur deshalb brachte ihn der Rettungsdienst in das Klinikum Greiz. Dort erst wurden die schwerwiegenden inneren Verletzungen erkannt und ein Nottransport in das Klinikum Bad Berka veranlasst.

Gäste der Stadthalle berichten von einer Gruppe Neonazis, die an dem besagten Wochenende auftauchten. Nachdem diese bereits in der Diskothek einen Besucher attackierten, mussten sie den Club verlassen und postierten sich vor dem Eingang. Der jugendliche Punk stieß kurz nach Verlassen des Lokals gegen 24 Uhr auf die etwa 15 Neonazis. Aus der Gruppe heraus wurde er angegriffen und von einem Schlag wohl so sehr getroffen, dass er mit dem Hinterkopf auf den Boden schlug und bewusstlos liegen blieb. Zu Hilfe eilende Freunde erklärten, dass sie abgehalten und beschimpft wurden. Rufe wie "lasst die Zecke liegen" und "ich würde noch einmal reintreten" waren von den Umherstehenden zu hören. Sie waren kahlköpfig und trugen Kleidung der Neonazimarke "Thor Steinar", der Rechtsrockband "Weiße Wölfe" mit aufgedrucktem Galgen und der bei Neonazis beliebten Marke "Pit Bull Germany".

Nunmehr stammt auch die Sicherheitsfirma am Einlass der Diskothek aus der Neonaziszene. "Alpha DSD Security", Partner der "Black Rainbow Security" aus Leipzig, gehört zum Kampfsportverein "Eastfight e.V." aus Gera. Unter dem rechten Schläger Lars Weber veranstaltete dieser so genannte Fight Clubs in Gera und Ronneburg. Mitglieder treten in Kleidung von "Thor Steinar" und "Consdaple" in Erscheinung und einer der bisherigen Türsteher der Stadthalle soll am Hals den Schriftzug "Braune Teufel Gera" tätowiert haben.

Die zuständige Polizeidirektion Gera hüllt sich trotz zahlreicher Anfragen der Presse immer noch Schweigen und verweist auf die Staatsanwaltschaft Gera. Ob Neonazis hinter der Tat stecken wird auch einen Monat nach der Tat nicht beantwortet. "Diese Informationspolitik ist kein Einzelfall. Mit Verweis auf laufende Ermittlungen oder scheinbar unklare Tatmotive entpolitisiert die Polizeidirektion Gera seit Jahren Angriffe von Neonazis und betreibt Imagepflege für die Region. Wie im Fall des Mordes von Neonazis an dem Spätaussiedler Oleg V. im Januar 2004 in Gera. Auch Beratungsstellen für Opfer rechter Gewalt kennen die Missstände", wie die Pressesprecherin der [AAG] Anna Schneider feststellt. Unterdessen deutet alles daraufhin, dass die Polizei am Abend des 9. Februar nicht vor Ort war. Warum ist unklar, doch Einwohner berichten von einer weiteren Schlägerei zwischen Stadthalle und Bahnhof, wenige Stunden zuvor. Zu dieser sei die Polizei gekommen und hätte demzufolge im Umkreis sein müssen.

Die Geschehnisse sind erschreckender Höhepunkt einer wachsenden Bedrohung in Berga und den angrenzenden Orten. Es wird von eingeschlagenen Scheiben im alternativen Zentrum "Grünes Haus" und Angriffen auf linke Jugendliche berichtet. Vor allem aus Teichwolframsdorf, wo 2005 ein Rechtsrockkonzert und Fußballturnier aufgelöst wurde, treten Neonazis verstärkt in Erscheinung. Das steht offenbar mit einem kürzlich aus der Haft entlassenen Neonazi und dessen Umfeld in Verbindung, die Kontakte zur NPD in Greiz und den Naziladen "Ragnaröck" in Mylau halten. Die erwähnte Gruppe soll in der Stadthalle wöchentlich Punks anpöbeln und sei am Abend des Angriffs in der Diskothek gewesen. Gegen zwei von ihnen ermittelt die Staatsanwaltschaft.

"Angesichts dieser Situation ist das Verhalten der Polizeidirektion Gera schlichtweg katastrophal. Ohne Initiative antifaschistischer Jugendlicher aus Berga, wären Informationen erneut zurückgehalten worden. Doch eine Ächtung faschistischer Gewalt entsteht nur durch gesellschaftliche Solidarität mit dem Opfer. Die Bevölkerung der Stadt und der angrenzenden Orte ist angehalten öffentlich Stellung zu beziehen. Der Betreiber der Diskothek wird zudem aufgerufen keine Neonazis mehr zu dulden, weder als Gäste noch als Sicherheitsfirmen", so Anna Schneider."Wir wünschen dem Opfer gute Besserung und werden die Jugendlichen vor Ort gegen die Neonazis unterstützen", bekräftigt sie abschließend.

Berichterstattung
Pressespiegel
 


Stadthalle in
Berga an der Elster

18 Jähriger Antifaschist in Tschechien von Neonazi ermordet

23.01.2008 redok Tschechien


Am 18. Januar wurde der 18jährige Antifaschist und SHARP-Skin Jan Kucera in der mittelböhmischen Stadt Pribram von einem 20jährigen Neonazi niedergestochen. Kurz darauf verstarb Jan Kucera an seinen Verletzungen.
In einer Kneipe war es zuvor zu Auseinandersetzungen zwischen linken und rechten Skinheads gekommen. Dabei hatten die Neonazis die Linken provoziert und es kam in dessen Folge zu einer Schlägerei.
Der 20jährige Täter Jiri Fous wurde von einer Überwachungskamera gefilmt, als er zuerst mit einem Messer in der rechten Hand posierte und dann zweimal auf Jan Kucera einstach. Nach Medienberichten trug er während des Angriffs eine Wehrmachtsuniform. Inzwischen ist er wegen Mordes festgenommen worden. Nach Angaben der Antifa Prag ist Jiri Fous ein bekannter Neonazi-Schläger.

Jan Kucera verstand sich selbst als SHARP-Skin ("Skinheads Against Racial Prejudice", Skinheads gegen rassistische Vorurteile) und war antifaschistisch aktiv.

Erst am 19. Januar hatten in Prag etwa 250 Neonazis gegen das Verbot einer Neonazidemonstration in Pilsen (Plzen) demonstriert. Dort wollten sie ursprünglich vor der Großen Synagoge aufmarschieren. Der Organisator Václav Bureš hatte außerdem dazu aufgerufen, Schusswaffen bei der Demonstration mitzuführen.
Dass dies durchaus ernst zu nehmen war, zeigte der 10. November 2007: Damals wollten Neonazis durch das jüdische Viertel von Prag demonstrieren, was jedoch untersagt wurde. Ein Neonazi feuerte mehrere Schüsse aus einer Schreckschusspistole auf Gegendemonstranten ab. Von Frank Carstens

Solidarität zum Prozess gegen Angelo

17.01.2008 GGR Erfurt

Verhandlung wird ausgesetzt

Weit mehr als 100 UnterstützerInnen aus dem gesammten Bundesgebiet haben gestern vor und im Amtsgericht Erfurt ihre Solidatität mit Angelo Lucifero gezeigt.
Die Hauptverhandlung selbst wurde schon nach wenigen Minuten ausgesetzt, um zu prüfen, ob und wenn ja unter welchen Bedingungen die Verhandlungsfähigkeit des Angeklagten gegeben ist. Zu Beginn des Prozess wurde klar, daß die räumlichen Bedingungen der Verhandlung nicht geeignet sind, Angelo eine akustische Teilnahme am Geschehen zu ermöglichen. Die GewerkschafterInnen gegen Rechts begrüßen die Aussetzung, da die aktive Teilnahme an der Verhandlung eine notwendige Bedingung für eine angemessene Verteidigung ist.
Der Prozess ist damit bis auf weiteres vertagt. Der Verhandlungstermin am 23. Januar findet nicht statt.

In Anschluss an die Verhandlung fand eine eine spontane Demonstration durch die Erfurter Innenstadt statt. GewerkschafterInnen und Menschen aus verschiedenen Verbänden und antirassistischen Organisationen bekundeten in Redebeiträgen ihre Solidarität mit Angelo Lucifero. Sie forderten die sofortige Einstellung des Verfahrens.
Anlässlich des Prozessbeginns fordern die GewerkschafterInnen gegen Rechts nochmals, die Bedrohung durch Naziangriffe in den Mittelpunkt der gesellschaftlichen Diskussion zu stellen, statt antifaschistisches Engagement zu kriminalisieren.
Wir bedanken uns für die Solidarität bei allen UnterstützerInnen und werden weiter über den Verlauf des Verfahrens berichten.

Der Gewerkschafter und Antifaschist Angelo Lucifero hatte sich am 15.03.2007 am Rande einer Kundgebung des Erfurter Sozialbündnisses gegen einen Nazi-Angriff mit einer Schreckschusspistole zur Wehr gesetzt. Während die Staatsanwaltschaft Anklage wegen gefährlicher Körperverletzung erhoben hat, machen der Angeklagte und seine Verteidigung Notwehr geltend.

GewerkschafterInnen gegen Rechts

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