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Roadmap

14.09.2006 LeA Bundesweit
Politische Mindeststandards gegen linken Antizionismus
Am 27. Mai 2006 kam es während einer Antifa-Demonstration in Wernigerode mehrfach zu Übergriffen innerhalb der Demonstration. Antifas wurden nach dem Rufen israelsolidarischer Parolen gewaltsam attackiert. Dies war nicht der erste Vorfall dieser Art. Wir sind uns sicher, dass es – leider – nicht der letzte sein wird. Es scheint uns deswegen angebracht, aus den Vorfällen jetzt praktische Konsequenzen zu ziehen.
Im Folgenden sollen Punkte aufgeführt werden, die uns als einige Mindeststandards emanzipatorischer antifaschistischer Arbeit gelten. Diese Punkte sind nicht zu verstehen als ein dogmatisches Regelwerk, politisches Programm oder Repressionsinstrument – sondern als ein Rahmen für Zusammenarbeit, der erst recht nötig ist, weil die ak³nellen Auseinandersetzungen über die Dimensionen eines "Szenestreits" hinaus weisen. Die gesamte Erklärung auf der Sonderseite der Leipziger Antifa (LeA). Sonderseite
Keine Stimme den Nazis der NPD

12.09.2006 AAG Mecklenburg-Vorpommern / Berlin
"Beats against fascism" vor Kommunalwahlen in Berlin
Beide Bundesländer halten am 17. September Landtagswahlen ab, in Berlin werden außerdem die Bezirksverordnetenversammlungen neu gewählt.
In Ersterem führt die NPD mit bundesweiter, finanzieller und personeller Unterstützung einen Schwerpunktwahlkampf in Höhe von 1,5 Millionen Euro. Bereits bei der letztjährigen Bundestagswahl erreichte sie in Mecklenburg-Vorpommern 3,5 Prozent der Stimmen. Die Sonntagsumfrage vom 08. September 2006 hat sogar ergeben, dass 7 Prozent der Wahlberechtigten für die NPD stimmen würden. Nach Sachsen droht so nun hier der Einzug der Nazis das Landesparlament.
Auch in Berlin steht die NPD vor einem Erfolg. Zwar hat sie keinerlei Chancen Deligierte in das Abgeordnetenhaus zu entsenden, doch Umfragen für die Bezirksverordnetenversammlungen von Marzahn-Hellersdorf, Treptow-köpenick und Lichtenberg-Hohenschönhausen im Osten der Stadt, sagen das Gegenteil voraus.
Bereits im Mai initiierten antifaschistische Gruppen, alternative Zentren und Musikbands in Mecklenburg-Vorpommern die Kampagne "Keine Stimme den Nazis", um den Einzug der NPD in den Schweriner Landtag zu verhindern. Sie rufen für den 16. September, den Samstag vor den Wahlen, zu den letzten Aktionen, u.a. ein Open Air in Schwerin, auf. Unterdessen initiiert auch die Kampagne "Hol dir den Kiez zurück" für den gleichen Tag in Berlin ein "Beats Against Fascism" Open Air. Sie besetzt damit nicht nur öffentliche Plätze im von Nazis dominierten Bezirk Lichtenberg, sondern ruft ebenfalls auf, der NPD den Zuspruch zu nehmen.
Zentrales Hess Gedenken in Wunsiedel verboten

03.09.2006 AAG Bundesweit
Gerichte erlauben Ausweichveranstaltungen - Nazis mit sinkenden Teilnehmerzahlen konfrontiert
Wie 2005 wurde der zentrale Aufmarsch zur Glorifizierung des Hitler Stellvertreters und Nazis Rudolf Hess in
Wunsiedel auch in diesem Jahr verboten. Drei bundesweite Naziaufmärsche, an denen sich deutlich weniger
Nazis als in den Vorjahren beteiligten, konnten letztendlich aber doch stattfinden. Antifaschistische Gruppen
mobilisierten zu Gegenaktionen und sehen eine Trendwende.
Unter dem Motto "Die Verherrlichung des Nationalsozialismus stoppen" protestierten am 19. August in mehreren
Städten zwischen 1000 und 2000 Antifaschist_innen gegen die Aufmärsche zur Glorifizierung des Hitler
Stellvertreters und Nazis Rudolf Hess. Dabei blockierten in Berlin zeitweise 600 Personen die Route der Nazis,
sie wurden jedoch durch einen brutalen Polizeieinsatz zurückgedrängt. Außerdem beteiligten sich in Jena 400, in
München 500 und in Grünstadt / Kirchheim (Rheinland-Pfalz) und Fulda jeweils 100 Antifaschist_innen an den
Aktionen.
Zum Aufmarsch In Jena, der zentralen Ausweichveranstaltung in diesem Jahr, erschienen 450 Nazis. Unter ihnen
der langjährige Anmelder der Aufmärsche in Wunsiedel, Nazianwalt und -immobilienkäufer, Jürgen Rieger.
Außerdem waren der wegen Volksverhetzung vorbestrafte Landesvorsitzende der NPD Thüringen Frank
Schwerdt, der NPD Kader aus Jena und Organisator des "Fest der Völker" Ralf Wohlleben sowie andere
Nazikader aus dem gesamten Bundesgebiet anwesend.
In München kamen statt den von Norman Bordin angemeldeten 1500 höchstens 120 Nazis zusammen. Thorsten
Heise und Thomas Wulff, beide im NPD Bundesvorstand und Verfechter der Volksfrontstrategie, sagten ihr
Kommen ab und sogar Bordin ließ sich durch Roland Wuttke (NPD Oberbayern) vertreten. Auch zwei Tage zuvor
erschienen lediglich 80 Anhänger bei der einzigen in Deutschland erlaubten Kundgebung am Todestag von
Rudolf Hess.
Unterdessen ließ Christian Worch auf Grund mangelnden Interesses das Vorhaben, gemeinsam mit Nazis aus
Skandinavien in Süddänemark aufzumarschieren, fallen. Mit dem Kameradschaftsführer Sigfried Borchert aus
Dortmund beteiligte er sich am Aufmarsch mit 250 Nazis in Berlin.
Außerdem konnten 50 Nazis, hofiert durch die Polizei, in Lauenburg und Schwarzenbek bei Hamburg
aufmarschieren. In Dresden, Meißen und Mittweida beendete die Polizei gleiche Versuche und nahm den Großteil
der jeweils 50, 60 und 28 Nazis in Gewahrsam. Auch in Lübeck und Weimar soll es zu unspektakulären
Naziaktionen gekommen sein, wie diese selbst verlautbaren ließen.
Das Antifaschistische Rechercheteam Nordbayern informierte unterdessen über einen Marsch von 40 Nazis zum
Grab von Rudolf Hess am 17. August in Wunsiedel. Zwei Tage später versammelten sich nochmals über 20
Nazis, darunter der ehemalige Rechtsterrorist und Nazianwalt Horst Mahler, im Ort zu einer Kundgebung, klebten
Aufkleber und bewachten die Nazikneipe "Lokalbahn". Lediglich gegen die Kundgebung am Samstag und die
Aufkleberaktion ging die Polizei vor und nahm die beteiligten Nazis fest.
Augenscheinlich strategisch waren die Naziaufmärsche in Fulda und Altenburg angemeldet. Sie wurden
kurzerhand abgesagt, nachdem deren Demonstration in Jena erlaubt wurde. In Grünstadt / Kirchheim sprach das
Verwaltungsgericht im Laufe des Samstags das einzige Aufmarschverbot für Nazis an diesem Tag aus, welches
letztendlich Bestand hatte.
Das Bundesverfassungsgericht (BVG) hatte zwar das zentrale Gedenken an Rudolf Hess verboten, dies hatte
jedoch keinen Einfluss auf die bundesweiten Ausweichveranstaltungen. Bis zum nächsten August hat das (BVG),
welches explizit wieder nur diesen Aufmarsch untersagte, angekündigt, über ein generelles Verbot des Hess
Gedenkens zu entscheiden.
Trotz der jetzigen juristischen Teilerfolge für die Nazis sah die Realität am 19. August anders aus. In allen Städten
sanken die Teilnehmerzahlen und insgesamt beteiligten sich weniger Nazis als in den Vorjahren. Im Gegenzug
übertrafen die Antifaschist_innen deren Anzahl, teils sogar um ein vielfaches. "Die [...] Nazidemonstrationen zum
Gedenken an den Kriegsverbrecher und Hitlerstellvertreter Rudolf Hess verliefen für die Anmelder enttäuschend
und blamabel", stellte die Kampagne NS Verherrlichung stoppen fest und konstatierte, dass das Konzept der
Nazis gescheitert und eine Trendwende zu vernehmen sei. Ihnen sei es nach 2005 erneut nicht gelungen "über die
Person Rudolf Hess einen direkten, positiven Bezug auf den Nationalsozialismus herzustellen" und einen
zentralen Aufmarsch auszurichten. Stattdessen wurden sie von "starken Protesten antifaschistischer Gruppen und
empörter Anwohnerinnen und Anwohner" begleitet und blockiert.
Hack gegen Nazihoster "netzspeicher24" aus Jena

03.09.2006 AAG Gera / Jena
Dutzende Naziseiten und NPD Gera offline - Neue Peinlichkeiten für Ralf Wohlleben
Erneut wurden ein von Ralf Wohlleben betriebener Internetdienst sowie weitere 38 Naziseiten gehackt. Zuvor ignorierte er mehrfache Warnungen und versucht nun die Peinlichkeiten zu ignorieren. Aktuell sind immer noch Naziseiten offline, auch die NPD Gera ist betroffen.
Nachdem die bundesweiten Ersatzaufmärsche für das verbotene Rudolf Hess Gedenken in Wunsiedel eher mäßig verliefen, schlug die Datenantifa in den Abendstunden des 19. August nochmals zu. Auf einen Schlag waren der Nazihoster "netzspeicher24" und 38 darauf liegende Websites von NPD und so genannten Freien Kameradschaften aus Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Berlin, Brandenburg und anderen Bundesländern übernommen. Darunter die gesamte Internetpräsenz der NPD Thüringen und NPD Gera. Letztere wurde nach mehreren Jahren Abwesenheit erst vor wenigen Monaten wieder online gestellt und gab bereits vor dem Hack eine stümperhaftes Bild ab.
Neben Abgesängen auf die Mordlegende an Rudolf Hess oder die Umbenennung in "netzkasper24" hinterließen die Unbekannten auch eine Erklärung: "Wir haben es schon einmal gesagt [...] Ihr hattet die Wahl. Aber ihr wolltet ja nicht hören" - eine Begrüßung für Ralf Wohlleben und die anderen Nazis. Wohlleben, Nazikader aus Thüringen und Mitglied der NPD in Jena, tat sich in der Naziszene seit langem mit seinem Hostingdienst hervor und bot ganz selbstlos Webspace zum "Selbstkostenpreis". Doch neben Jörg Krautheim aus Gera, welcher nach dem Hack gegen den "Aufruhr Versand" im Februar dieses Jahres öffentlich nicht mehr in Verbindung mit diesem auftritt, kommt auch Wohlleben in Erklärungsnot.
Im November 2005 ignorierte er öffentlich den Hack gegen den von ihm betriebenen "Mitteldeutschen Gesprächskreis" der NPD Thüringen. Im Hintergrund stellte er das interne Vernetzungsforum oioioi.netzspeicher24.de, wohl aus Angst vor weiteren Peinlichkeiten, ab. Diese hat er nun trotzdem verursacht und wird versuchen, seine bröckelnde Seriosität zu retten. "Es bleibt abzuwarten, dass die Datenantifa den Nazis in Jena, Gera und anderswo mit weiteren Enthüllungen die Sicherheit und Anonymität nimmt", so Anna Schneider, Pressesprecherin der [AAG], dazu abschließend.        
Push down naziscum beats in Berlin

31.08.2006 AAG Gera / Berlin
Party für die [AAG] und René
Nach der Aktions- und Veranstaltungsreihe gegen das Nazikonzert "Rock für Deutschland" im Sommer dieses Jahres, helfen das Subversiv Squat Berlin und mehrere DJ's die Ausgaben für Mobilisierung, Demonstration und das erste kostenlose Left Beats Open Air in Gera zu tilgen.
Dabei unterstützen sie nicht nur eine Fortführung der Reihe im nächsten Jahr, sondern auch notwendige antifaschistische Kontinuität in Gera.
Am 08. September erwartet Dich im Subversiv in der Brunnenstr 7 in Berlin Mitte beste Pop-Music.
DJ "NoPopNoStyle" und DJ "Julio 80" gestalten den Abend mit 80er, 90er und Pop Beats, sowie unvergesslichen All Time Favourits.
Neben Benefizeintritt und -Getränken für die [AAG] wird es eine Coktaillbar geben, deren Erlös dem zwei Monate in Warschau inhaftierten Berliner Antifa René zukommt. Ihn erwartet ein kostenaufwendiger Prozess.
Du bist eingeladen Dich zu solidarisieren, zum tanzen und trinken.
Für Israel, gegen Antizionismus und Antisemitismus

15.08.2006 Hagalil Berlin
Demonstration in Berlin
Gelegentlich gibt es aus jüdischer und israelischer Sicht auch was Positives aus Berlin zu berichten. Dies ist dann der Fall, wenn Demonstrierende bei ihrem Protest nicht auf antisemitische Stereotypen in Wort und Bild zurückgreifen und stattdessen deutlich machen, dass die ständige Bedrohung Israels sie veranlasst, ihre Solidarität mit der israelischen Bevölkerung und dem israelischen Staat zum Ausdruck zu bringen.
Am Nachmittag des 6. August fanden sich in Berlin einige hundert Menschen zusammen, um "für Israel, gegen Antizionismus und Antisemitismus" zu demonstrieren.
Der Protest wendete sich gegen die, in den Medien grassierende emotionalisierte Darstellung der Situation im Libanon, die das Bild in der hiesigen Gesellschaft verfestigt, dass Israel einen Angriffskrieg führt und alleiniges Opfer der Auseinandersetzung die libanesische Zivilbevölkerung sei. Dass die leidtragende libanesische Bevölkerung von der Hezbollah als Schutzschild und Verhandlungsmasse instrumentalisiert und geopfert wird, scheint dabei kaum keine Rolle zu spielen. Belege, die dies Beweisen, werden medial heruntergespielt und in friedensbewegten Zusammenhängen, als eine, vom Mossad und der IDF inszenierte Fälschung und Verschwörung abgetan. Auf anti-israelischen Demonstrationen, die derzeit in Deutschland und Europa jede Woche mit mehreren tausend Menschen stattfinden, wird die Darstellung Israels als Aggressor auf die Spitze getrieben und mehr oder minder offen Antisemitismus zum Ausdruck gebracht.
In fundierten Beträgen gingen Rednerinnen und Redner, während des mehrstündigen Zugs durch die Mitte Berlins, unter anderem auf diese anti-israelische Stimmung in Deutschland, sowie auch auf die Strategie der antisemitischen Terrororganisation Hezbollah und auf das Flechtwerk deutscher Handels- und Außenpolitik mit dem iranischen islamisch-fundamentalistischen Mullahregimes, ein.
Außer einigen Pöbeleien von Passantinnen und Passanten, verlief die Demonstration ohne größere Störungen und endete bei Sonnenuntergang am Brandenburger Tor.      
Erstmals Proteste gegen Pressefest der Deutschen Stimme

15.08.2006 Venceremos Dresden
Die BürgerInnen aus der Gegend von Pappritz sind zurecht sauer: Weder hat die Stadt Dresden sie im Vorfeld des 5. August über das Nazigross-Event informiert, noch irgendetwas dagegen unternommen, noch sich um das Sicherheitsbedürfnis der AnwohnerInnen und sonstigen Betroffenen gekümmert.
Ordnungsbehörden und Stadtoberhäupter hätten so viele Möglichkeiten gehabt: Bei vergangenen Pressefesten in Grimma und Meerane gab es Alkoholverbot und Vorkontrollen, scharfe Auflagen und öffentliche Bekenntnisse gegen die Nazis. Nichts von alledem wurde von der Dresdner Stadtspitze getan.
Es kam wie es kommen musste: Die Nazis randalierten ungestört in Pappritz, rissen dort z.B. Anti-Nazi-Plakate herunter und schlägerten in der alternativen Dresdner Neustadt, ohne allerdings erfolgreich aus der selbst gesuchten Auseinandersetzung heraus zu gehen.
Die Polizei verwandte ihre Kräfte lieber darauf, die TeilnehmerInnen der antifaschistischen Demonstration akribisch auseinanderzunehmen. Jegliche Getränke waren auf der Demo verboten, erst als die Polizei das sichergestellt hatte, konnte es losgehen. - Im Gegenzug liefen VertreterInnen der Polizei mit Scheuklappen über das Nazifest: Lediglich die Verkaufsstände wurden auf strafrechtlich relevante Inhalte angeschaut.
Stadt und Polizei haben - aus welchen Gründen auch immer - alles getan, um den Nazis ein erfolgreiches Pressefest zu ermöglichen. Letztlich machte vor allem das kalte und regnerische Wetter den Nazis einen Strich durch die Rechnung.
Die antifaschistischen Proteste taten ihr Übriges dazu: Im Vorfeld war es gelungen, LogistiklieferantInnen der Nazis durch offene Briefe zu Rückziehern und Vertragsbrüchen zu bewegen. Die Demonstration am Tag selbst sorgte für eine Blockade der Nazi-Hauptanreiseroute, und zu noch mehr Verwirrung, das im Hochland gelegene Pappritz zu finden. Nicht zuletzt mussten Nazis auf Bierbänken im Veranstaltungszelt übernachten, wo zehn Zentimeter hoch das Wasser der Regengüsse stand, weil ihre Busse fahruntüchtig kaputt gegangen waren.
Bericht
Bilder
       
Left Beats Open Air in Gera ein kultureller und politischer Erfolg gegen Nazikonzert

02.08.2006 AAG Presseerklärung Gera
Polizei drohte antifaschistischer Demonstration mit Härte - 600 Nazis konnten ungestört feiern
Zum "Left Beats Open Air" auf dem Platz der Demokratie kamen am 14. Juli bereits 200 Jugendliche. An der Demonstration der Antifaschistischen Aktion Gera [AAG] und der Autonomen Antifa Koordination Thüringen [A²KT] unter dem Titel "Push down naziscum - für antifaschistischen Lifestyle und nazifreie Straßen" beteiligten sich am Tag darauf 100 Personen. Ihnen drohte die Polizei zuvor mit "entschiedener Härte", sollte das Konzert der NPD, zu dem 600 Nazis erschienen, gestört werden. Das "Bürgerbündnis" schloss wie in den Vorjahren eine "Sicherheitspartnerschaft" mit Polizei und Ordnungsamt und beließ es bei einem größtenteils unpolitischen Stadtfest.
Der Indysound der Dust Bunnys aus Gera und Elektromusic von Egotronic aus Berlin, Infotische und Transparente brachten am 14. Juli Leben auf den Platz der Demokratie. Dort fanden sich 200 Jugendliche zum "Left Beats Open Air" ein, zu dem die [AAG], als kultureller Teil gegen das Nazikonzert der NPD, aufrief.
Hinter der Veranstaltung der NPD stecke die Strategie, "immer stärker im vorpolitischen Raum Einfluss in Subkulturen und Jugendszenen zu erhalten und indirekt Nationalismus, Rassismus und Antisemitismus zu verbreiten", hieß es in einer Rede der Gruppe.
Eine klare Absage erhielten Nazis auch im weiteren Verlauf der Ansprache: "[Es] bedarf neben dem konsequenten Entgegentreten einer Alternative, einer Gegenkultur die ihnen den Kampf ansagt und sie in keiner Location und auf keinem Platz akzeptiert, eine Gegenkultur, welche sich gegen Antisemitismus, Rassismus und Nationaltaumel ausspricht und antifaschistischen Lifestyle lebt", ein Anspruch welches das "Left Beats Open Air" hielt.
Es folgten Redebeiträge des Netz e.V. Gera für Opfer Rechtsextremer Angriffe und von der Gruppe Queer Berlin. Bis in die Abendstunden legte DJ Nase vom Your City e.V. Gera Drum and Base auf und motivierte für die Aktionen gegen das Nazikonzert am nächsten Tag.
Diese starteten mit der Demonstration "Push down naziscum. Für linke Kultur und antifaschistischen Lifestyle", welche durch die Innenstadt zog, direkt an der Naziveranstaltung vorbeilief und wieder im Zentrum endete. Zum Auftakt wurde in Reden u.a. über Aktivitäten und Strukturen der Nazis in Gera informiert.
Anschließend hallten Sprechchöre wie "Gera wir sind da - Autonome Antifa" sowie "Gegen jeden Antisemitismus" durch die Straßen während sich die 100 TeilnehmerInnen dem Nazikonzert näherten. Dort kam es zu vereinzeltem Gerangel zwischen Polizei und DemonstrantInnen und "ihr habt den Krieg verloren" und "Stalingrad - jeder Schuss ein Deutscher Soldat" Rufen in Richtung der Nazis. Nach Ende der Demonstration konnten durch direkte Aktionen noch mehrere Nazis aus der Innenstadt vertrieben werden.
Von den lokalen NPD Mitgliedern Gordon Richter, Jörg Krautheim, Nico Hüfner sowie den Rechtsrockern Jens Fröhlich, Dennis Schoner und anderen organisiert, traten vor den über 600 Nazis Rechtsrockbands aus dem militanten und in Deutschland verbotenem "Blood and Honour" Spektrum und mehrere NPD Kader auf. Darunter die Band Agitator, welche immer öfter bei genannten Kreisen in Skandinavien spielt und der verurteilte Rechtsterrorist Peter Naumann, welcher nun Mitarbeiter der NPD Landtagsfraktion in Sachsen ist, wie die [AAG] in ihrer Rede informierte.
Während die Polizei den AntifaschistInnen im Vorfeld mit der "entschiedenen Härte des Gesetztes" drohte, sollte das Nazikonzert gestört werden, konnten sich Nazigruppen fernab ihrer Veranstaltung in der Innenstadt und auf dem Stadtfest des "Bürgerbündnisses" frei bewegen. Das Bündnis verwies die durchziehenden Nazis nicht von der eigenen Kundgebung und beteiligte sich nicht an der antifaschistischen Demonstration. Stattdessen wurde eine so genannte "Sicherheitspartnerschaft" mit Polizei und Ordnungsamt beschlossen.
Für die [AAG] ist diese Form des "Protestes" eine Farce. "Sie weißt die Nazis keinesfalls in ihre Schranken und dient bestenfalls als Imagepflege. AntifaschistInnen werden als Linksautonome diffamiert und mit Nazis gleichgesetzt. Deren Aktivitäten scheint der Großteil der Bevölkerung in dieser Stadt jedoch immer noch nicht zu realisieren", so die Pressesprecherin der [AAG] Anna Schneider.
Denn "Gera ist nicht einmaliger Austragungsort eines Nazi-Aufmarschs pro Jahr", hieß es in der gehaltenen Rede weiterhin, "sondern alltägliches Agitationsfeld derer. Wie in vielen Provinzen Ostdeutschlands konnten sich Nazis gesellschaftlich etablieren und organisieren. Seit Anfang der 90er Jahre existiert in Gera eine militante Kameradschaft und später NPD-Strukturen, Rechtsrockbands, Naziläden- und Versände und neuestens Securityfirmen und Kampfsportvereine."
Ein Zustand, dem die [AAG] nach diesen Ereignissen weiterhin mit kontinuierlicher, öffentlichkeitswirksamer Politik und Praxis begegnen will. Die Aktionen waren nach Ansicht der Gruppe ein weiterer Schritt für die Schaffung einer antifaschistischen Jugendkultur in dieser Stadt.
                
Politisch und kulturell gegen Nazikonzert am Wochenende in Gera

12.07.2006 AAG Pressemitteilung Gera
Mit Left Beats Open Air am Freitag und Demonstration am Samstag "für antifaschistischen Lifestyle und nazifreie Straßen"
Das vierte Jahr in Folge wird Gera am Samstag zum Aufmarschplatz von Nazis, welche unter dem Titel "Rock für Deutschland" ein Rechtsrockkonzert angekündigt haben. Seit mehreren Monaten mobilisiert die Antifaschistische Aktion Gera [AAG] mit einem "Left Beats Open Air" am Freitag und einer Demonstration am Samstag zu Gegenaktionen.
Außerdem veranstalten Vertreter(innen) der Stadt, Parteien, Vereinen und Gewerkschaften ein Bürgerfest in der Innenstadt.
Von 18.00 bis 22.00 Uhr wird die [AAG] mit einer Kundgebung unter dem Titel "Left Beats Open Air" am Freitag das Wochenende auf dem Platz der Demokratie einläuten. Neben Redebeiträgen und Informationsständen werden mehrere Bands und DJ’s auftreten.
Mit den "Dust Bunnys", Noise Pop aus Gera, "Microphone Mafia", Hip Hop aus Hamburg, "Egotronic", Elektromusic aus Berlin und "DJ Nase", Drum and Base vom Your City e.V. aus Gera wird ein vielfältiges Programm geboten, zu dem alle Menschen eingeladen sind, kulturell gegen das Nazikonzert "Rock für Deutschland" und "für antifaschistischen Lifestyle und Nazifreie Straßen" einzutreten.
"Wenn die Nazis der NPD und 'Freien Kameradschaften' im vorpolitischen Raum versuchen über Musik Einfluss in Subkulturen und Jugendszenen zu erhalten, muss gehandelt werden. Eine klare Absage gegenüber Nationalismus, Rassismus und Antisemitismus in Popkulturen und das Zurückdrängen des Rechtsrocks sind notwendiger denn je. Wir werden eine Gegenkultur vertreten, welche Nazis nirgends akzeptiert und antifaschistischen Lifestyle lebt", so Anna Schneider, Pressesprecherin der [AAG].
Am 15. Juli wird ab 11.00 Uhr eine Demonstration mit dem gleichnamigen Titel "Push down naziscum – für antifaschistischen Lifestyle und nazifreie Straßen" daran anschließen. Sie beginnt auf dem Puschkinplatz und führt direkt zum Veranstaltungsort der Nazis.
Dabei soll nicht nur gegen das Nazikonzert am Tag, sondern auch gegen den alltäglichen Normalzustand demonstriert werden. "Denn auch den Rest des Jahres können sich Nazis in Gera gesellschaftlich etablieren, organisieren und Übergriffe begehen", so Anna Schneider weiter.
Neben diesen beiden Aktionen veranstalten Vertreter(innen) der Stadt, Parteien, Vereinen und Gewerkschaften ein Bürgerfest und Friedensgebet in der Innenstadt.
"Die Nazis der NPD und ’Freien Kameradschaften’, welche nun auf der ’Spielwiese’ ihre Propaganda verbreiten wollen, werden an diesem Tag keine ruhige Minute bekommen", so Anna Schneider abschließend. Dazu sind alle Menschen aus Gera und von außerhalb eingeladen, sich an den Gegenaktionen zu beteiligen und das Motto des Tages, ’Push down naziscum - für antifaschistischen Lifestyle und nazifreie Straßen’, umzusetzen."
Push down naziscum

04.06.2006 AAG Gera
Für antifaschistischen Lifestyle und nazifreie Strassen
Das vierte Jahr in Folge wird Gera zum Aufmarschplatz von Nazis. Unter dem Titel "Rock für Deutschland" wollen NPD, Kameradschaften und Rechtsrockbands erneut nationalsozialistische, rassistische und antisemitische Propaganda verbreiten. Doch auch den Rest des Jahres können sie sich in Gera gesellschaftlich etablieren, organisieren und Übergriffe begehen.
Um diesem Normalzustand den Kampf anzusagen, Nazis nirgends zu akzeptieren und antifaschistischen Lifestyle zu leben, rufen wir zum Left Beats Open Air und Aktionen gegen das Nazikonzert "Rock für Deutschland" in Gera auf.
nazis unplugged

04.06.2006 nazis unplugged Bayern
Nazistrukturen den Saft abdrehen
Mit der Kampagne "nazis unplugged - Nazistrukturen den Saft abdrehen" machen linksradikale, antifaschistische Gruppen aus Bayern und angrenzenden Regionen ab Juni 2006 auf rechte und neonazistische Infrastrukturen wie Läden, Versände, Labels oder Konzertveranstalter aufmerksam. Engagierte Einzelpersonen und Initiativen sollen mit eigenen Aktionen und in Zusammenarbeit mit der Kampagne der Nazi-Infrastruktur in den Regionen "den Saft abdrehen".
Bereits jetzt mobilisieren die Gruppen der Kampagne unter dem Motto "Good Morning Cham - Weather is Changing" zur ersten Aktion gegen den nazistischen Bayerntag der NPD in Cham bei Regensburg.
nazis unplugged
Über 6000 Personen gegen Nazis in Göttingen

31.05.2006 Redical [m] Göttingen
Linksradikale Demonstration gegen Kapitalismus und Nation am Vorabend
Auch 6.700 Polizisten konnten am 13. Mai nicht verhindern, dass der antifaschistische Widerstand auf verschiedenen Ebenen seinen Ausdruck fand:
Der Zug mit den aus dem Norden anreisenden Nazis wurde kurz vor Göttingen durch eine Barrikade auf den Gleisen gestoppt. Die begleitenden Polizeikräfte mussten aussteigen und die Schienen räumen.
Auf der B 27 (eine Zufahrtsstraße nach Göttingen) brannte eine Barrikade. In unmittelbarer Umgebung der Polizeikontrollpunkte im Norden Göttingens wurden ebenfalls Barrkaden gebaut, die jedoch jeweils relativ schnell von der Polizei beseitigt wurden.
Die Totalitarismus-Kundgebung der Stadt Göttingen (sage und schreibe 150 ZuhörerInnen!) wurde durch eine Transparent-Aktion gestört.
In der Innenstadt gab es bereits vor der Nazi-Kundgebung eine spontane unangemeldete Demo mit ca. 250 AntifaschistInnen. Den ganzen Tag über versammelten sich immer wieder mehrere Hundert Antifas in Zufahrtsstraßen Richtung Nazi-Kundgebung.
Höhepunkt des Tages war die antifaschistische Bündnisdemonstration mit – nach Presseangaben – 8.000 TeilnehmerInnen, über 3.000 davon liefen im Antifa-Block. Als in einem Straßencafe Nazis gesichtet wurden, brachen Teile des Antifa-Blockes durch das 3-reihige Spalier und griffen diese an. Nachfolgende Festnahmeversuche wurden offensiv und erfolgreich abgewehrt. Mehreren Versuchen der Polizei den Antifa-Block von der Bündnisdemonstration abzuspalten, wurde nicht nur aus dem Antifa-Block, sondern auch aus den Reihen der GewerkschafterInnen aktiv entgegengetreten, immer wieder wurde die Polizei aus der Demo getrieben. Erst als der Antifa-Block vom Platz der Synagoge aus Richtung Nazi-i-Kundgebung weiterzog, gelang es der Polizei diesen mit einem immensen Aufgebot zu stoppen. [...]
800 Menschen beteiligten sich an der Warm-Up-Demonstration "Den nationalistischen Konsens durchbrechen! Kapitalismus abschaffen!" am Vorabend der Nazi-Kundgebung. Damit wurde ein eigener linksradikaler Ausdruck geschaffen, der über die allgemeinen Anti-Nazi-Aktionen hinaus ging. Auf der ca. zweistündigen Demonstration wurde die ganze Zeit durch Parolen und entschlossenes Auftreten unmissverständlich klar gemacht, dass die radikale Linke auch bei Nazi-Aufmärschen nicht nur Symptome sondern dass Problem selbst – den Kapitalismus – ins Visier nimmt.
Zur Abschlusskundgebung empfingen AkvistInnen die Demonstration mit Antifa-Fahne und Feuerwerk vom Dach eines Gebäudes. Als kurz darauf bekannt wurde, dass deshalb zwei Personen festgenommen wurden, versuchte der Demonstrationszug zu den Festgehaltenen durchzudringen. Daraufhin kam es zu kleineren Auseinandersetzungen mit der Polizei.
Die Rote Hilfe Göttingen ruft mittlerweile alle Betroffenen polizeilicher Repressalien vom Wochenende dazu auf, gemeinsam gegen Ingewahrsamnahmen und Beschlagnahmungen vorzugehen. Diese sind nach Einschätzungen der Roten Hilfe juristisch Unrechmäßig. Wenn du betroffen bist kontaktiere die Rote Hilfe Göttingen.
Antifa | Aktion und Kritik
Redical [m]
Rote Hilfe

       Kommunismus statt Deutschland

06.05.2006 Antifa | Aktion & Kritik Göttingen
Look back in Anger
Es hat einige Jahrzehnte gedauert, doch mittlerweile sind sich fast alle Deutschen einig: der 8.Mai 1945, der Tag der Kapitulation Nazideutschlands, war ein Tag der Befreiung, insbesondere für die Deutschen selbst. Einzig überzeugte Nazis beharren trotzig darauf, von einem Tag der Niederlage zu sprechen und trauern um den verfehlten Endsieg. Damit stehen sie zumindest an diesem Tag alleine da und taugen gerade mal als Beispiel für eine überholte Form von Nationalismus. Und gerade der Protest gegen Neonazis verdeutlicht, welche Lehren die Zivilgesellschaft aus der Vergangenheit gezogen hat. Am 8.Mai 2005 erlangte das "neue Deutschland" in Berlin einen Sieg über die außerhalb der Gemeinschaft verorteten "Ewiggestrigen" und damit endgültig den Sieg über die eigene Geschichte.
Wenn es für die radikale Linke überhaupt ein historisches Datum gibt, auf welches sie sich positiv beziehen kann, dann ist dies der 8. Mai: Schließlich steht dieser Tag für die Befreiung von den Deutschen und dafür, dass dem Morden der Volksgemeinschaft ein Ende gesetzt wurde. D<abei gilt es nicht außer acht zu lassen, dass die irrationalen Verhältnisse, denen der nationalsozialistische Wahnsinn entsprang, die kapitalistischen im Allgemeinen und die deutschen im besonderen, in ihren Grundzügen fortbestehen. Den gesamten Aufruf auf den Seiten der Antifa | Aktion & Kritik. Antifa | Aktion & Kritik
Nazis am 1.Mai attackiert und aus Leipzig vertrieben

07.05.2006 AAG Bundesweit / Zürich
Weitere Naziaufmärsche von brutalen Polizeieinsätzen geschützt - revolutionäre Demonstration und Angriffe auf die Polizei in Berlin und Zürich
Durch offensives Vorgehen haben am Montag in Leipzig mehrere tausend AntifaschistInnen und BürgerInnen mit Sitzblockaden, Barrikaden und direkten Aktionen zwei Aufmärsche von Nazis verhindert. In Weinheim, Ladenburg und Heppenheim wurden Aufmärsche teils blockiert und frühzeitig abgebrochen, in Rostock setze die Polizei mit brutalen Übergriffen den größten Naziaufmarsch an diesem Tage durch. In Berlin-Kreuzberg griffen Autonome nach einer nicht angemeldeten revolutionären Demonstration die Polizei an, in Zürich kam es zu den schwersten Ausschreitungen seit Jahren.
An den Aktionen gegen die Naziaufmärsche in Leipzig, zu denen auch die in der Autonomen Antifa Koordination Thüringen [A²KT] organisierten Gruppen mobilisierten, beteiligten sich laut Polizei 3000 AntifaschistInnen und noch mehr BürgerInnen. Bereits vor dem Sammelpunkt der Nazis am Hauptbahnhof formierte sich eine Blockade von 2000 Personen, welche einen Naziaufmarsch Richtung Leipzig-Südvorstadt verunmöglichte und den Kameradschaftskader Steffen Hupka schließlich zur Aufgabe zwang.
Teilnehmer der von dem bundesweit aktiven Nazi Christian Worch angestrebten zweiten Demonstration vom Osten in den Süden der Stadt, wurden bereits bei der Anreise attackiert. Nach nur wenigen hundert Metern stoppten Sitzblockaden und brennende Barrikaden auch diesen Aufmarsch, woraufhin er abgebrochen werden musste. Die Nazis und eine sichtlich überforderte, brutal vorgehende Polizei, wurden dabei immer wieder mit Steinen, Flaschen, Eiern, Rauchbomben und Feuerwerkskörpern attackiert.
Unter dem Druck von 50 beschädigten Polizeifahrzeugen, fast ebensoviel verletzte Polizisten und 65000 Euro Sachschaden gestand der Polizeipräsident Rolf Müller zwei Tage nach den Geschehnissen in einem Interview mit der Leipziger Volkszeitung (LVZ) das völlige Versagen der Polizei ein. Der Nazi Christian Worch ist verärgert weil gerade einmal 500 Nazis seiner Mobilisierung folgten.
Nur die linksradikalen antifaschistischen Gruppen können unter dessen von einem vollen Erfolg sprechen, welcher durch vielfältigen und massiven Widerstand erreicht wurde.
In der Rhein-Neckar Region wurden Naziaufmärsche teils blockiert und frühzeitig abgebrochen.
Nach Protesten von 800 AntifaschistInnen gegen den ersten Aufmarsch von 300 Nazis in Heppenheim mussten die Nazis in Ladenburg ihre Demonstration abbrechen, da 300 AntifaschistInnen ihnen den Weg versperrten. Eine folgende Nazikundgebung in Weinheim wurde danach ebenfalls frühzeitig beendet.
Den bundesweit größten Aufmarsch von 1500 Nazis prügelte die Polizei gegen etwa 2000 AntifaschistInnen durch, kesselte bis zu 500 Personen ein, nahm davon über 100 Personen fest und verletzte in Gewahrsam deren Grundrechte.
Zu Aufmärschen von Nazis kam es außerdem in Magdeburg, Freital, Bautzen, Hoyerswerda, Görlitz und Niesky. In Stollberg bei Aachen und Regensburg versuchten Nazis Gewerkschaftskundgebungen zu stören.
Nach revolutionären 1.Mai Demonstrationen kam es in Berlin und Zürich zu Auseinandersetzungen und Straßenschlachten mit der Polizei.
In Berlin beteiligten sich am Abend über 1000 Personen an zwei unangemeldeten Demonstrationen "Für einen revolutionären 1.Mai". Im Anschluss daran kam es zu Angriffen auf die Polizei und brennenden Barrikaden. Bis zu 40 Polizisten sollen dabei verletzt worden sein.
An einer unangemeldeten Demonstration nahmen im schweizerischen Zürich über 1500 Autonome teil, gegen welche die Polizei mit Gummigeschossen, Tränengas und Wasserwerfern vorging. Im Laufe des Tages kam es zu den schwersten Straßenschlachten seit Jahren. Dabei wurden Polizeieinheiten und Banken attackiert. Der schweizerische Bundespräsident Moritz Leuenberger musste eine Rede abbrechen nachdem hunderte Autonome ihn mit Eiern und Knallkörpern bewarfen. Insgesamt entstand über 100 000 Franken Sachschaden.
Weitere revolutionäre 1.Mai Demonstrationen gab es u.a. in Hamburg, Nürnberg, Stuttgart, Wuppertal und Osnabrück.
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Nach Nazimordversuch in Potsdam auch Protestkundgebung in Gera

25.04.2006 AAG Pressemitteilung Gera / Potsdam
Verletzter weiterhin in Lebensgefahr - Lokalpresse und PolitikerInnen hetzen gegen das Opfer
In Gera veranstalteten letzten Freitag mehrere linke Organisationen eine Protestkundgebung, nachdem am 16. April in Potsdam der dunkelhäutige Ernyas M. bei einem Nazimordversuch schwer verletzt wurde und weiterhin in Lebensgefahr schwebt.
Zwei Tage nach der Tat beteiligten sich vor Ort 500 AntifaschistInnen an einer Demonstration unter dem Motto "Alle gegen Rechts".
Die 25 TeilnehmerInnen der von der DGB Jugend, dem lokalen Bündnis gegen Rechts und der Antifaschistischen Aktion Gera [AAG] abgehaltenen Kundgebung, stellten symbolisch Kerzen auf und verlasen Redebeiträge, in denen die PassantInnen auf den rassistischen Angriff aufmerksam gemacht wurden. Anschließend wurde ein Auszug aus einer Liste der 130 seit 1990 durch Nazis umgebrachten Opfer verlesen und erwähnt, dass im Januar 2004 in Gera selbst, Oleg V. Opfer eines Nazimordes wurde.
"Nazistische Gewalt, Rassismus und Antisemitismus sind eine akute Bedrohung, welche, wie nach dem Nazimord in Gera, nun auch in Potsdam, verharmlost und zu entpolitisieren versucht wird. Dies ist ein Resultat, welches von alltäglichem Rassismus über die provinzielle Verteidigung des Standortes, bis hin zur latenten Solidarität mit Nazischlägern reicht", so Anna Schneider, Pressesprecherin der [AAG].
Der Generalbundesanwalt Nehm geht nach ersten Ermittlungen von einem fremdenfeindlichen Hintergrund aus, während sich PolitikerInnen und Lokalpresse mittlerweile in der Bagatellisierung des Mordversuchs üben und den Standort Brandenburg in Verruf sehen.
Wolfgang Schäuble (CDU) lamentierte darüber, dass auch blonde, blauäugige Menschen Opfer von ausländischen Gewalttätern würden und Jörg Schönbohm, ebenfalls (CDU), sprach in der ARD davon: "Ob es einen rechtsradikalen Hintergrund gibt, müssen wir erst noch klären." In der Berliner Morgenpost führte er mit seinen unhaltbaren Äußerungen fort und repräsentiert zugleich die Realität in der ostdeutschen Provinz:" Der Generalbundesanwalt hat den Fall politisiert und damit zu einer Stigmatisierung Brandenburgs beigetragen.
Die Märkische Allgemeine stimmte ein und legte in ihrer Berichterstattung dar, wie der betrunkene Emyas M. die Täter zuvor mit den Worten "Schwein" provoziert haben soll. Praktisch selbst Schuld an dem Angriff trage.
Anna Schneider dazu weiter: "Ständige Täteropferverdrehungen, Standortverteidigung, und verharmlosen nazistischer Gewalt verdeutlichen, dass neben Nazis auch der deutschen, nationalen und völkischen Identität der Gesellschaft offensiv entgegengetreten werden muss. Der Angriff auf Ernyas M. ist kein Einzelfall, sondern Resultat einer gesellschaftlichen Konstruktion von Volksfeinden und "unnützen Ausländern."
Der Antifa Arbeitskreis Potsdam (AK Antifa) widerlegt unterdessen die Entpolitisierungsversuche von Jörg Schönbohm (CDU) und Märkischer Allgemeinen. Thomas Michaelis, einer der mutmaßlichen Täter gehört nach Informationen des AK Antifa der lokalen Naziszene an und trat mehrfach durch Angriffe in Erscheinung. "Zusammen mit Marcus Schiller und anderen gewaltbereiten Neonazis schüchtert er Menschen ein, bedroht und überfällt diese äußert gewalttätig. Dies passiert dann u.a. bei den verschiedensten in den letzten Jahren gelaufenen Gerichtsprozessen gegen Neonazis wie z.B. beim so genannten "Tram-Prozess" oder dem "Chamäleon-Prozess". Des Weiteren auf verschiedensten offiziellen Festen in der Stadt Potsdam, im letzten Jahr wären das die Babelsberger Livenacht, oder das Stadtwerkefestival, sowie die Biermeile ebenfalls in Babelsberg."
Emyas M. war am 16. April von zwei Tätern an einer Tram-Haltestelle in Potsdam als "Nigger" bezeichnet und anschließend durch einen gezielten Schlag auf den Kopf niedergeschlagen worden. Neben diesem versuchten Nazimord kam es in Potsdam innerhalb der letzten Monate zu über 20 Naziangriffen.


Antifaschistische Proteste gegen Naziaufmarsch in Arnstadt

02.04.2006 LRA Arnstadt
Zuvor Demonstration gegen Nazis und Kapitalismus - Polizei fällt erneut durch brutalen Einsatz auf
Gegen einen bundesweiten Aufmarsch von über 400 Neonazis protestierten am Samstag in Arnstadt rund 300 AntifaschistInnen und versuchten diesen mehrfach zu stören, was durch eine brutal vorgehende Polizei unmöglich gemacht wurde. Zuvor zog die antifaschistische Demonstration "Nazis den sozialen Schafspelz ausziehen. Nationales Konstrukt und Kapitalismus angreifen", zu der die Gruppe Left Resistance Arnstadt [LRA] und die Autonome Antifa Koordination Thüringen [A²KT] mobilisierte durch Arnstadt. Ein zivilgesellschaftliches Bündnis der Stadtratsfraktionen und Gewerkschaften hielt lediglich zwei Kundgebung unter dem Motto "Bunte Vielfalt, statt braune Einfalt" ab.
Lautstark begann die antifaschistische Demonstration unter Sprüchen wie "Nazis morden der Staat schiebt ab - das ist das gleiche Rassistenpack" und "Nie wieder Deutschland" im Süden Arnstadts um eine vehemente Kritik an den deutschen und kapitalistischen Zuständen zu vermitteln. Wie es im Aufruf der Gruppe AG17 aus Erfurt heißt, muss "Wer von Kapitalismus spricht, [...] ihn als eine allumfassende verinnerlichte Totalität begreifen", in der alle Teil des Systems sind. Armin Degner, Pressesprecher der Gruppe [LRA] nach der Demonstration dazu: "Die Abschaffung des Kapitalismus kann nur die Abschaffung der Logik von Lohnarbeit und Mehrwert und des Konstrukts von Volk, Staat und Nation bedeuten. Es gibt keinen besseren Kapitalismus durch völkische, nationale und staatliche Ideologien. Vielmehr bedeuten diese eine Systemimmanenz, in der über Volksfeinde lamentiert wird, alle Deutschland sind und die Grenzen zwischen bürgerlichen und nazistischen 'Erklärungsmustern' letztendlich verschwimmen."
Redebeiträge thematisierten neben dem Wandel im Lifestyle der Rechten, außerdem die Nazistrukturen in der Region. Dabei wurde auf Naziangriffe der letzten Wochen in Suhl, Arnstadt und Meiningen, sowie auf die seit vier Jahren stattfindenden öffentlichen Nazikonzerte unter anderem in Jena und Gera aufmerksam gemacht.
Nach dem Ende der Demonstration bewegten sich die NazigegnerInnen Richtung Hauptbahnhof, dem Auftakt des Naziaufmarsches. Einheiten der Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit (BFE) stoppten diese jedoch, rissen einzelne Personen brutal zu Boden und nahmen diese in Gewahrsam. Im Laufe des Tages häuften sich diese Übergriffe der BFE und es gab mehrere Verletze. Dabei wurde u.a eine junge Frau von Polizisten geknebelt und nach Schreien ihr Gesicht auf die Straße gedrückt. Andere Polizisten behinderten einen Journalisten, der diese Szenen aufzeichnete und schlugen auf dessen Kamera ein. Das repressive Aufkommen von 900 Polizisten, welche schon Wochen vorher mit Wasserwerfen und Hubschraubern in der Stadt probte, errichtete überall Absperrungen, ging brutal gegen GegendemonstrantInnen und teilweise Unbeteiligte vor, machte direkte Proteste gegen die Nazidemonstration unmöglich.
Entgegen dem Wunsch des Bürgermeisters, die Nazis einfach zu ignorieren und nur ein Friedensgebet zu veranstalten, gelang es mit der antifaschistischen Demonstration im Vorfeld Akzente zu setzen, die sich offensiv gegen den Naziaufmarsch und Etablierung von Nazistrukturen wanden. Angesichts der Vielzahl weiterer antifaschistischer Demonstrationen in Dessau, Berlin, Dortmund und Lübeck am gleichen Tag gelang es mehrere hundert TeilnehmerInnen für die Proteste zu gewinnen und mehrfach Nazis aus der Innenstadt zu vertreiben. Dass Arnstadt in den letzten eineinhalb Jahren immer häufiger zum Platz nazistischer Aktivitäten und Aufmärsche wurde, bestätigt die Notwendigkeit antifaschistischer Gegenwehr - aktiv und kontinuierlich gegen Nazis, rassistische Gewalt und extrem rechte Unterwanderung vorzugehen.
Spontandemonstration "Antifa statt Verbote" in Göttingen

01.04.2006 Redical [M] Göttingen
Anonyme Hinweise lassen Nazis auffliegen - Musikinstrumente und Gewehre beschlagnahmt
Am 30.03.03 fand die erste Anhörung im Göttinger Verwaltungsgericht im Rahmen der Verbotsverfügung gegen die beiden Aufmärsche statt. Gut von der Öffentlichkeit abgeschirmt sollte der geheimgehaltene Termin still und heimlich über die Bühne gehen. Allerdings bekamen über 60 AntifaschistInnen Wind von der Sache und nutzten dies für eine Demonstration unter dem Motto "Antifa statt Verbote". Die nicht angemeldete Veranstaltung die paralell zum Anhörungstermin stattfand verdeutlicht dass die Situation in Göttingen doch nicht so kontrollierbar ist wie es die Polizei zu propagieren versucht und das auch am 13. Mai wieder mit offensivem antifaschistischen Widerstand zu rechnen ist.


 
Am 1. April 2006 ist es wieder soweit

21.03.2006 LRA Arnstadt
Nazis den sozialen Schafspelz ausziehen
Neonazis haben Arnstadt erneut zum Aufmarschgebiet erklärt. Diesmal wollen bis zu 500 rechte Lemminge unter pseudosozialen Vorwänden durch die Stadt marschieren. Eine neue Kapitalismuskritik von rechts versprechen die Nazis in ihrem Aufruf. Dass sich dahinter alte nationalsozialistische Ideologie versteckt, versuchen sie zu verschleiern. Ebenso ihr gesamtes Auftreten in der Öffentlichkeit. Längst hat sich innerhalb der rechten Szene ein äußerlicher Wandel vollzogen. Mit neuen Outfits, einem Vorstoß in andere Subkulturen und Musikszenen sowie einer neuen Verpackung der alten Inhalte versuchen sie in peppiger Aufmachung insbesondere Jugendliche für ihre Ideologie zu rekrutieren.
Wir wollen mit einer antifaschistischen Demonstration ein kraftvolles Zeichen gegen extrem rechte Unterwanderung, Nazigewalt und Kapitalismus setzen.
Mailand brennt

21.03.2006 Jungle World 11/06 Mailand
Supermeldung
Seit dem G 8-Gipfel in Genua 2001 waren Centri Sociali, Autonome und Anhänger des schwarzen Blocks aus den Schlagzeilen der italienischen Medien verschwunden. Das änderte sich am Samstag, als Mailand zum Schauplatz der schwersten Ausschreitungen seit jenen in Genua wurde. 300 bis 500 antifaschistische Demonstranten hatten sich im Zentrum von Mailand versammelt, um eine genehmigte und von der Polizei beschützte Demonstration von der Neofaschistischen Fiamma Tricolore zu verhindern. Bewaffnet mit Metallstangen, Steinen und Molotowcocktails errichteten sie Barrikaden, setzten Autos in Brand und waren, wie es hieß, eine "Nagelbombe" auf die Polizei. Ein Wahlkampfbüro der postfaschistischen Alleanza Nazionale ging in Flammen auf, ebenso mehrere Läden in einer der größten Einkaufsstraßen der Stadt. Zwölf verletzte Polizisten und 38 verhaftete Demonstranten waren die Bilanz des Mailänder Guerillasamstags. Die Verhafteten müssen mit einer Anklage wegen Verwüstung und Plünderung rechnen. Ihnen drohen 15 Jahre Haft.
Ministerpräsident Silvio Berlusconi zeigte sich darüber empört, dass "ein zivilisiertes Treffen unserer Verbündeter" gestört wurde. Seine "zivilisierten" Verbündeten sind rechtsextreme Holocaustleugner, die vor einigen Wochen einen Wahlpakt mit der Regierungskoalition für die bevorstehenden Parlamentswahlen geschlossen haben. Von
Federica Matteoni
Nazionlineshop "Aufruhr Versand" aus Gera gehackt

25.02.2006 AAG Gera
Tausende Kundendaten von Nazis veröffentlicht - einer der größten Rechercheerfolge für die Antifa
Mit einem Hackangriff auf den Onlineshop des "Aufruhr Versand" aus Gera, legten Unbekannte letzten Donnerstag dessen Website lahm und veröffentlichten über 7500 Kundendaten von Nazis. Der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) und die Tageszeitung (taz) berichten über das Geschehen, der Verfassungsschutz will die Daten zur Strafverfolgung nutzen und die Naziszene ist verärgert.
Seit der Nacht zum 23. Februar konnten Besucher des "Aufruhr Versand" lediglich noch die Botschaft der Hacker vernehmen, die den Onlineshop übernommen hatten. Neben dem Angebot, dass Naziwebsites, welche selbst aus dem Internet genommen, nicht gehackt werden, richteten sie eine Warnung an Ralf Wohlleben - Nazikader aus Thüringen und Mitglied der NPD in Jena. Als Betreiber von "netzspeicher24" wurde ihm mitgeteilt, dass er nicht zu glauben brauch "auf seinem Server [...] versteckte Koordinationsforen hosten zu können - Ralle lass es oder du und deine Nazifreunde werden es bereuen."
Die veröffentlichten Kundendaten von über 7500 Nazis aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und anderen Ländern, bedeuten einen der größten Rechercheerfolge für die Antifa seit Beginn einer ganzen Reihe von Hacks im Frühjahr letzten Jahres. "Mit solchen Erfolgen werden Nazis aus der Anonymität geholt und die Möglichkeit eröffnet sie noch direkter zu bekämpfen", so Anna Schneider, Pressesprecherin der Antifaschistischen Aktion Gera [AAG].
Mittlerweile haben auch deutsche Repressionsorgane die Möglichkeiten solcher Hacks entdeckt und nutzen die Daten zur Strafverfolgung. Ein Sprecher des Verfassungsschutzes bestätigte gegenüber dem MDR: "man werde mit den Informationen arbeiten". Der "Aufruhr Versand" wurde wegen Volksverhetzung und Verbreitung verfassungsfeindlicher Symbole bereits mehrmals von der Polizei durchsucht.
Nach außen gibt sich die Naziszene weiterhin unberührt und Jörg Krautheim, Betreiber des "Aufruhr Versand" und lð6gjähriger NPD Kader aus Gera, stellte den Shop nach einem Tag ohne Kommentar wieder online, ganz so als sei nichts gewesen. Doch hinter den Kulissen steigt die Aufregung. In Naziforen wird über nun folgende antifaschistische Aktionen spekuliert und sogar dazu aufgerufen nicht mehr bei gehackten, unsicheren Versänden zu kaufen.
Das wird Jörg Krautheim, welcher bereits einmal durch hunderte Plakate selbst "geoutet" wurde, wenig freuen. Neben Umsatzeinbusen wird auch sein Ansehen in der Naziszene sinken, denn bereits jetzt sind Vorwürfe im Umlauf die Krautheim beschuldigen ein "unkameradschaftlicher Geldmacher" zu sein.
"Es müssen nun Aktionen folgen, welche die Nazistrukturen weiter aufdecken und klar stellen, dass Nazis sich nirgendwo sicher fühlen können. Das betrifft auch andere Naziversände und -geschäfte, den Nazi auf der Straße und um die Ecke", so die Pressesprecherin der [AAG] abschließend.
Bereits im November 2005 wurde der von Ralf Wohlleben betriebene "Mitteldeutsche Gesprächskreis", ein Naziforum der NPD Thüringen gehackt, wobei AntifaschistInnen weitere Peinlichkeiten veröffentlichten. Seit Beginn letzten Jahres sind nach Informationen der taz nun über 50 einschlägige Naziwebsites, von der Datenantifa angegriffen worden.


 
Antifaschistische Kundgebung zum Holocaust Gedenktag in Gera

29.01.2006 AAG Pressemitteilung Gera
Aufruf zur Bekämpfung von Antisemitismus und deutsch-völkischer Ideologie
Anlässlich des Holocaust Gedenktages hielten in Gera mehrere AntifaschistInnen am vergangenen Freitag eine Kundgebung zum Gedenken an die Opfer der Shoa ab. Im Rahmen von "en progrès. politische Veranstaltungsreihe für eine andere Realität", war dies der zweite Teil von insgesamt elf Kundgebungen und Vorträgen.
Mit Schriftzügen wie "Antisemitismus angreifen" und "Geschichtsrevisionismus stoppen" forderten sie auf Transparenten die Bekämpfung jeglichen Antisemitismus und die Benennung der kollektiven deutschen Schuld an der Shoa. In Redebeiträgen und Flugblättern wurde sich gleichzeitig an Passantinnen und Passanten gewandt. Darin wird verlautbart, das sich die deutsche Nation aus einem Konstrukt einer völkischen Schicksalsgemeinschaft gründete, worauf "sich rassistische und antisemitische Ideologeme problemlos integrierten und eine Entfaltung wie nirgendwo anders zeigten." Demnach sei "die Abschaffung von Volk, Staat, Nation und zuerst Deutschland [...] eine Notwendigkeit aus der deutschen Barbarei."
Außerdem "ist die Verteidigung Israels, als Schutzraum für Jüdinnen und Juden eine weitere unabdingbare Konsequenz aus der historischen und akuten antisemitischen Bedrohung", so Anna Schneider, Pressesprecherin der Antifaschistischen Aktion Gera [AAG] nach der Kundgebung ergänzend.
Nachdem bereits am 20. Januar dem von Nazis im Jahr 2004 ermordeten Oleg V. in Gera gedacht wurde, war dies die zweite Kundgebung im Rahmen von "en progrès. politische Veranstaltungsreihe für eine andere Realität". In dieser, durch die [AAG] initiierten elfteiligen Reihe, werden bis in den April hinein Voträge zu gesellschaftspolitischen Entwicklungen und Konflikten zu hören sein, zu denen alle Interessentinnen und Interessenten eingeladen sind.
Politische Veranstaltungsreihe "en progrès" von Januar bis April in Gera

24.01.2006 AAG Pressemitteilung Gera
Gedenken zum zweiten Jahrestag des Nazimordes bildete den Auftakt
Unter dem Titel "en progrès. politische Veranstaltungsreihe für eine andere Realität" veranstaltet die Antifaschistische Aktion Gera [AAG] von Januar bis April zahlreiche Kundgebungen und Vorträge. Den Auftakt bildete am Freitag letzter Woche eine Gedenkkundgebung zum zweiten Jahrestag des Nazimordes an Oleg V. in Gera. Als nächstes wird für den 27. Januar eine Kundgebung zum Holocaustgedenktag 2006 angekündigt.
Mit der Veranstaltungsreihe soll ein Einblick in gesellschaftliche Konflikte gegeben werden, um zu erkennen was "faul ist am falschen Ganzen", so Anna Schneider, Pressesprecherin der [AAG]. Ziel ist es Perspektiven eines individuellen Lebens ohne Nazis und Arbeitszwänge zu diskutieren und gestalten.
In den nächsten Monaten wird durch Aktionen, Vorträge und Diskussionen hinterfragt, warum sich Deutschland immer offensiver zum Opfer des Nationalsozialismus verklärt und sich selbstbewusst als geläuterte Nation präsentiert, während antisemitische und antiamerikanische Vorurteile als moderne Formen des Rassismus immer mehr zum Tragen kommen. Es wird die krisenhafte bürgerliche Gesellschaft, die sich im spürbaren Abbau sozialer Standards begreift, analysiert und Alternativen zur Verschärfung von Leistungszwang in Schulen, Universitäten oder Arbeitsplätzen aufgezeigt. Hierbei wird auch der Zusammenhang zwischen PolitikerInnen, die zur Erfüllung kapitalistischen Konkurrenzverhaltens erneut die deutsche "Schicksalsgemeinschaft" entdecken und der stetig wachsenden Akzeptanz gegenüber Nazis hergestellt. Diese können sich in der Provinz etablieren und sogar "National befreite Zonen" schaffen.
Solche Entwicklungen zu thematisieren, Erklärungen für daraus resultierende Phänomene zu diskutieren, sowie eine unmissverständliche Kritik an den deutschen Zuständen zu artikulieren, ist Inhalt dieser Veranstaltungsreihe.
Bereits am 20. Januar bildete eine Gedenkkundgebung in der Fußgängerzone "Sorge" den Auftakt der zahlreichen Aktionen und Veranstaltungen. Gemeinsam mit dem Bündnis gegen Rechts erinnerten 20 AntifaschistInnen an den vor zwei Jahren von Nazis ermordeten Oleg V. und ñpitisierten Ignoranz oder sogar latente Akzeptanz gegenüber rassistischen, antisemitischen und nazistischen Angriffen. Auf Transparenten war unter anderem "Den rechten Alltagsbetrieb angreifen – für linke Kultur und antifaschistischen Lifestyle" zu lesen. In Redebeiträgen kritisierten die Sprecher das beharrliche Leugnen eines politischen Mordmotivs und die Kriminalisierung von AntifaschistInnen. Außerdem hieß es darin: "Solche Zustände sind keine Seltenheit, sondern Normalität in der deutschen Provinz, [welche] durch regionale Institutionen, Presse und Polizei hofiert [werden].
Doch prügelnde und mordende Nazis bilden lediglich die Spitze eines ideologischen Eisberges aus Volk, Staat, Nation und Kapitalismus. Durch ihre Gewaltakte setzen sie die Prinzipien der bürgerlichen Gesellschaft aggressiv um und sind somit lediglich ein Resultat derer.
In dem Kontext gehören Nazis im Rahmen einer radikalen Gesellschaftskritik offensiv bekämpft, um die Voraussetzungen für eine Perspektive des individuellen Subjektes zu schaffen."
Der Zweite Teil der Kundgebung wurde am Tatort des Mordes im Stadtteil Bieblach Ost abgehalten. Gemeinsam mit den Angehörigen von Oleg V. hielten AntifaschistInnen eine Schweigeminute ab und legten anschließen Kerzen und Blumen nieder.
Für den 27. Januar ruft die [AAG] erneut zu einer Kundgebung auf. Anlässlich des 61. Jahrestages der Befreiung von Auschwitz wird zum Holocaustgedenktages 2006 den Opfern der Shoa und der deutschen Barbarei gedacht. Beginn ist 17 Uhr in der Fußgängerzone "Sorge".
en progrès. politische Veranstaltungsreihe ...

18.01.2006 AAG Gera
... für eine andere Realität
Immer offensiver verklärt sich Deutschland zum Opfer des Nationalsozialismus und präsentiert sich selbstbewusst als geläuterte Nation, während antisemitische und antiamerikanische Vorurteile als moderne Formen des Rassismus immer mehr zum Tragen kommen.
Gleichzeitig begreift sich die krisenhafte bürgerliche Gesellschaft im spürbaren Abbau sozialer Standards und der Verschärfung von Leistungszwang in Schulen, Universitäten oder Arbeitsplätzen. Politiker(innen) entdecken zur Erfüllung kapitalistischen Konkurrenzverhaltens erneut die deutsche "Schicksalsgemeinschaft" und fordern Tribut aller zum Wohle des Volkes.
Die Nazis auf der Straße und in der NPD erfahren unter diesen Umständen mit ihrer völkischen Option stetige Akzeptanz, können sich in der Provinz etablieren und sogar "National befreite Zonen" schaffen.
Diese Entwicklungen zu thematisieren, Erklärungen für solche Phänomene zu diskutieren sowie eine unmissverständliche Kritik an den deutschen Zuständen zu artikulieren, ist das Ziel von "en progrès. politische Veranstaltungsreihe für eine andere Realität". Wenn auch Du die Realität verändern, ein individuelles Leben ohne Nazis und Arbeitszwänge führen und selbst Geschichte schreiben möchtest, bist Du eingeladen zu diskutieren, gestalten und verändern. "en progrès" bietet Dir durch Kundgebungen und zahlreiche Vorträge einen Einblick, um zu verstehen, was "faul ist am falschen Ganzen".
Broschüre der Kampagne "Schöner Leben ohne Naziläden"

18.01.2006 Schöner leben ohne Naziläden Sachsen / Gera
Die Kampagne präsentiert sich mit einer seit Herbst 2005 veröffentlichen Broschüre in ganz neuer Form.
Neben der ausführlichen Darlegung ihres Konzepts wird darüberhinaus der eigene Anspruch nach einer theoretischen Grundlage erfüllt.
Deshalb widmet sich der zentrale Text einer alten aber immer wieder neuen Debatte um Nazisubkultur. Praktisch unterlegt wird diese Analyse mit Berichten über Nazistrukturen und -aktivitäten und einem Interview mit der Antifaschistischen Aktion Gera [AAG].
Zum Kampagnenthema Naziläden, also wirtschaftliche Infrastruktur der Nazis, gibt diese Broschüre einen Überblick, der informieren und zu Widerstand anregen soll. Sie ist ab sofort in Infoläden und bei Veranstaltungen erhältlich und kann außerdem bestellt werden. Kampagne "Schöner Leben ohne Naziläden"
 
Fight Club mit Nazis findet trotz Stadtratsresolution statt

10.01.2006 AAG Presseerklärung Gera
Stadt ohne Kündigungsgrund – Free Fight Association verabschiedet Erklärung
Ungestört konnte am 26. Dezember eine Fight Club Veranstaltung mit Nazis in Gera ablaufen. Trotz einer Stadtratsresolution und einer Erklärung der Free Fight Association versammelten sich etwa 400 Zuschauer in der nach dem ermordeten Antifaschisten Erwin Panndorf benannten Sporthalle in Gera, unter ihnen auch mehrere Nazigruppen.
Neben unauffällig gekleideten Nazis tauchten auch T-Shirts mit Labels wie "Landser" oder "Hauptkampflinie" auf. Außerdem waren Mitglieder mehrerer Nazibands und Nazi Free Fight Vereinen präsent. Aus Altenburg tauchten Personen der Nazihatecorebands "Moshpit", "Abolition" und "Eternal" bleeding und aus Wurzen Matthias Eichler vom Nazi Free Fight Verein "Fighting Fellas" auf. Dieser betreibt den Onlineshop "Gewalttätersport" und unterhält gute Kontakte zu Thomas Persdorf, der den nazistischen Onlineshop "Front Records" betreibt.
Außerdem waren Nazis der Band "Blitzkrieg" aus Chemnitz, die bei anderen Fight Clubs auch in "Hoonara" (Hooligans, Nazis und Rassisten) Gruppen auftreten und Aktivisten aus dem in Deutschland verbotenen "Blood & Honour" Spektrum in der Sporthalle zu gegen.
Einlass und Ordnerdienst übernahmen Personen des Eastfight e.V. und der Alpha DSD Security, über deren Kontakte in Nazikreise die Antifaschistische Aktion Gera [AAG] Anfang Dezember berichtete.
Zwei Wochen vor dem Fight Club mit Nazis verabschiedete der Stadtrat von Gera auf Initiative der Linkspartei.PDS eine Resolution, welche die Kündigung des Mietvertrages als Ziel hatte. Ungeachtet des Beschlusses und der erdrückenden Recherchen über Verbindungen vom Eastfight e.V. und mehrerer Sponsoren in die Naziszene, sah die Stadt Gera keinen Kündigungsgrund, welcher eine Absage rechtlich rechtfertigen würde. Somit wurde auf das Sound & Light Veranstaltungstechnik Eventmanagement aus Altenburg, welches sich als eigentlicher Veranstalter herausstellte, weder Druck ausgeübt noch eine Kündigung des Mietvertrages erwirkt.
"Solch inakzeptable Ignoranz gegenüber Nazis ist städtische Kontinuität. Dass dies erfolglos bleibt und sich eine radikale Kritik an diesen Deutschen Zuständen artikuliert, zeigte das bewirkte öffentliche Interesse und wird weiterhin eines unserer Ziele sein", so Anna Schneider, Pressesprecherin der [AAG].
Auch der bundesweite Free Fight Verband, die "Free Fight Association" (FFA) sprach sich gegen den Fight Club mit Nazis in Gera aus und veröffentlichte eine Stellungnahme unter dem Titel "Kein Sport mit Nazis". Darin spricht sich der Verband gegen die stärker werdende Präsenz der "rechtsextremistischen Szene" bei Fight Clubs aus und erklärt, dass solche "Veranstalter, Vereine und Sportler" nicht unterstützt werden. Dabei stellt die FFA klar, dass sie "rassistisches, antisemitisches und anderes Gedankengut" sowie "Bestrebungen die versuchen den Free Fight Sport als Plattform zur Verbreitung von neofaschistischen" Ideologie nicht toleriert.
Anlass für das politische Aufsehen war ein Offener Brief der Antifaschistischen Aktion Gera [AAG] Anfang Dezember. In diesem wurden mehrere Sponsoren und die Stadt Gera als Vermieter der Sporthalle aufgrund von Hintergrundrecherchen über Verstrickungen des Fight Clubs in die Naziszene, aufgefordert, jedwede Unterstützung aufzukündigen. |